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	<title>Glotz_net &#187; BILD-Zeitung</title>
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	<description>...Lesen ist seliger denn Gaffen!</description>
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		<title>Deutschstunde</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Oct 2013 12:35:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies!]]></category>
		<category><![CDATA[BILD-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst natürlich]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur 52]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach langer, langer Zeit melden wir uns zurück zu den 52 Büchern. Wir holen tief Luft und starten in etwa den drölfzigsten Anlauf zur angekündigten &#8220;spektakulären Aufholjagd&#8221; &#8211; einer Art Hürdenlauf. Die erste Hürde überspringen wir noch mit reichlich Atem in den verteerten Lungen. Wie bei jeder größeren Sportveranstaltung wimmelt es dabei natürlich von Geldgebern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/01/52-Bücher.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1831" title="52 Bücher reloaded" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/01/52-Bücher.jpg" alt="Projekt 52 Bücher" width="216" height="247" /></a>Nach langer, langer Zeit melden wir uns zurück zu den 52 Büchern. Wir holen tief Luft und starten in etwa den drölfzigsten Anlauf zur angekündigten &#8220;spektakulären Aufholjagd&#8221; &#8211; einer Art Hürdenlauf. Die erste Hürde überspringen wir noch mit reichlich Atem in den verteerten Lungen. Wie bei jeder größeren Sportveranstaltung wimmelt es dabei natürlich von Geldgebern, welche mit ihren Werbeslogans die einzelnen Hürden verzieren. Der erste Schriftzug rauscht in einem enormen Tempo von mindestens doppelter Schneckengeschwindigkeit an uns vorüber. Gerade noch können wir ihn entziffern:</p>
<blockquote><p><a title="Bücherwoche 30 Numero zwo" href="http://monstermeute.wordpress.com/2013/09/01/52-bucher-woche-30-2/" target="_blank"><em>Deutsche Krimis</em></a></p></blockquote>
<p>Meine fast schon traditionsgeladene Geschichte der persönlichen Lektüre von Kriminalromanen wächst und gedeiht zu einem wahren Epos:<br />
Erst kürzlich (genau genommen gestern) gesellte sich ein neuer Krimi zur munteren Meute aus vormals einem ganzen gelesenen Exemplar dieses Genres ( <a title="Der erste Krimi" href="http://glotz.net/lesen/rezension-jo-nesbo-die-larve" target="_blank">wir berichteten</a>). Damit habe ich mal eben den Gesamtbestand verdoppelt! Im Vorbeigehen quasi.<span id="more-2508"></span><br />
Der pure Zufall will es so, dass dieses Werk auch tatsächlich aus der Feder eines deutschen Autors stammt, einem gewissen Bernhard Jaumann.</p>
<div id="attachment_2529" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/09/österreicher-zwerg.png"><img class="size-medium wp-image-2529" title="Little-man-syndrom" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/09/österreicher-zwerg-300x148.png" alt="BILD-Kommentare Nazi" width="300" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">So reagierten BILD-&quot;Leser&quot;, als sich ihre geliebte &quot;Zeitung&quot; unvermutet öffentlich auf Facebook, für den rosa behemdeten Hitlergrüßler vor dem Hellerdorfer Asylanten-Heim schämt. Irgendwer überrascht? Nein? Nuja...</p></div>
<p>Die Handlung selbst ist zwar in Österreich verortet, doch da Österreich und Deutschland ja sprachlich, kulturell und an zu beiderseitigem Leidwesen auch geschichtlich (nicht nur) an sensiblen Punkten derart miteinander verwoben sind, dass einst selbst der überbordenste Nationalstolz (also diese ungesunden Auswüchse von &#8220;Stolz&#8221;, die mit selbigem ursprünglich positiven Wohlgefühl auf selbst Erschaffenes nicht einmal im Ansatz mehr verbandelt sind) wahrhaft grenzüberschreitend in die haarsträubenden Theorien über willkürlich festgelegte Rassen, Nationen und sonstig gefährliches Spinnwerk eingeflochten werden konnte, zählt das. Letzteres ist sicherlich der Vorteil an Theorien welche derart aus der Luft gegriffen sind, dass jene, die sie er&#8221;denken&#8221;, sie auch dergestalt zurechtrücken können, wie es ihnen und ihren Zielen eben am besten in den Kram passt. Das Ganze ist ja auch heute noch eher gängiges Prinzip. So liegt die Definitionsmacht meist bei den Herrschenden selbst, wobei &#8220;Herrschende&#8221; im Weiterdenken nicht auf ein reines Führerprinzip &#8211; wenn wir grad beim Thema sind &#8211; referiert, sondern auch ganze bevorzugte Bevölkerungsgruppen mitmeinen sollte. Gut, zu sehen auch gern immer wieder in der Wissenschaft oder schlicht bei der Schwerpunktlegung des Nachrichtenwerts und deren Deutung in den Medien. Aber wir verlaufen uns schon wieder. Schlittern auf Glatteis. Aalen uns im Licht der Erkenntnis. Sühlen uns im Schmutz düsterer Wahrheiten, anstatt schnell wieder zurück auf unsere Hürdenstrecke zu spurten. Nun denn &#8211; Auf zum Buch und Schluss mit philosophischen Abwegen zu hässlichen Gnomen mit <a title="Little-Man-Syndrom" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Napoleon_complex" target="_blank">Little-Man-Syndrom</a>und ihrer paradigmatischen Leuchtturmfunktion in puncto Terminologischer Determiniertheit (oder wie immer man das nennen will, wenn irgendwo in dem Geschwafel oben schon einmal Definitionsmacht steht und der schreibende KirrWopf nichts ärger scheut als stumpfe Wiederholungen).</p>
<h2>&#8220;Hörsturz&#8221; &#8211; Joachim Naumann</h2>
<p>Dieser deutsche Krimi ist nicht nur meine erste deutsche Krimilektüre, es ist auch noch der erste Kriminalroman, den dieser Herr Jaumann je verfasst hat. Zufall? Wir wissen es nicht.<br />
Bei Hörstürz handelt es sich jedenfalls um den Auftakt einer besonderen Krimireihe, welche sich den fünf Sinnen widmet. Der Titel sorgt dabei für Überraschungen:<br />
Es geht um den Hörsinn.<br />
Wer hätte das gedacht.<br />
Vielmehr geht es sogar um das sinnliche Hören.<br />
Die ganze Geschichte beginnt während einer Radiosendung der reichlich (nicht nur musikalisch) überreizten Moderatorin Ruth Strelecky, welche in ihrer Show lediglich überaus sarkastisch das Thema <em>&#8220;Wien wie es singt und klingt&#8221;</em> behandeln möchte:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Unser Wochenthema ist die Art von akustischer Umweltverschmutzung, die hierzulande gern als Musik bezeichnet wird und auf die wir Wiener allgemeiner Überzeugung nach stolz zu sein haben. Kommt euch die Brühe aus Walzern und Operetten, Heurigenliedern und Musicalsongs auch schon zu den Ohren heraus? Ruft uns an! 06-6066996. Sagt uns eure Meinung zum Mythos &#8220;klingendes Wien&#8221;. Zur Anregung hier: Bahn frei für</em> [an dieser Stelle stand der Titel irgendeines Marsches, den WordPress dank Absturz gelöscht hat. Ich könnte ihn zwar hier wieder einfügen, aber fragt mich mal, wo nun das Buch abgeblieben ist, wo dieser Artikel doch schon in den Entwürfen vor sich hinstaubte]</p></blockquote>
<p>In besagte Sendung platzt dann eine Anruferin mit dem geheimnisvollen Namen <em>&#8220;Minnie aus dem 6. Bezirk&#8221;</em>. Ruth, in ihrer unverwechselbar hochnäsigen Art, gedenkt Minnie schon allein des Namens wegen, zunächst ungefähr so ernst nehmen zu wollen, wie deutsche Lehrer es mit Kindern namens Justin, Chantal und dergleichen gerne praktizieren. Leider verändert Minnie mal so ganz nebenbei Ruths Leben grundlegend. Sie verliest ein Kommuniqué, in welchem sie Aktionen gegen die dekadente Musikkultur Wiens ankündigt. Am Abend kracht es dann auch im ersten Konzert. Dies ist weder Minnies letzter Anruf in Ruths Sendung noch bleibt es bei diesem einen Anschlag auf die Opernhäuser.<br />
Bei einem jener Attacken auf Wiens musikalisches Nachtleben, verschwindet auch Ruths Schwester, während sie in einer Aufführung der <em>Zauberflöte</em> die Pamina singt. Soviel darf ich zumindest noch verraten, weil es auch im Klappentext steht. Es folgt die unvermeidliche Suche nach den Tätern. Parallel sucht Ruth nach ihrer Schwester, denn natürlich haben beide Fälle etwas miteinander zu tun. Das sieht die Polizei zwar anfangs nicht (wie womöglich üblich in Kriminalwerken über Laien-Ermittlungen aus dem Angehörigenumfeld), aber für jede_n halbversierte Tatort-Kenner_in oder sonstige geradeaus denkende Menschen, ist das relativ klar ersichtlich (schließlich hätte ja sonst auch ein Handlungsstrang ausgereicht). Dass hier zu einem womöglich in Krimikreisen weiter verbreitetem Aufbau des Spannungsbogen gegriffen wird mindert allerdings keineswegs den Genuss der Lektüre im allgemeinen.<br />
Was bietet das Buch also sonst noch? Zahlreiche Leichen, die sicherlich coolste &#8211; im Sinne von traurig und schreiend komisch zugleich &#8211; Beerdigung aller Zeiten und einen Papageien namens Kant, der statt Aufklärung nur &#8220;Au, Au&#8221; sagen kann. Zudem mochte ich einige Formulierungen des Autors einfach unheimlich gern. Und in Sachen Sinnlichkeit beschlich mich streckenweise das Gefühl, es wird eine ähnliche Strategie zur Veranschaulichung der Geräuschkulissen gefahren, wie Süskind es mit den Gerüchen im Parfum vollzieht. Nicht abgekupfert aber stilistisch durchaus davon beeinflusst.<br />
Fazit:<br />
Ich bin ja nicht sonderlich erprobt darin zu berurteilen, was ein Krimi nun alles mitbringen sollte, um gut zu sein. Meine kriminalistische Versiertheit erstreckte sich bis vor kurzem ganz spießbürgerlich nun tatsächlich nahezu ausschließlich auf denn sonntäglichen Tatort (worunter für mich auch der Polizeiruf fällt) und einige Folgen der Kommissarin Lund. Literarisch bewege ich mich also eher auf #Neuland und das hat es ja generell an sich erstmal vieles unvorbehaltener und positiver zu sehen, als ein geübtes, aber auch womöglich schon übersättigtes Auge. Ich war also amüsiert, wenn auch nicht nachhaltig beeindruckt. Doch ich denke, dass ja auch Kurzweil primäres Ziel jenes nun nicht übermäßig tiefgründigen Genres ist. Also: Ziel erreicht. Zum entspannten Genuss-Lesen würde ich mir also jederzeit einen der Folgebände gönnen.</p>
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Das Buch, ...</li>
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</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>Bücher zum Verlieben &amp; Entlieben</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 14:20:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies!]]></category>
		<category><![CDATA[BILD-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe & Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur 52]]></category>

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		<description><![CDATA[Die verflixte Sieben hat mir nun schon das zweite (inklusive Hinterhand_Ansammlung sogar dritte oder vierte) Nachholthema beschert. Es kommt von der Frühlingsbotin Katja, die scheinbar, nachdem das wunderschöne Motto ihrer Fantasie entsprang, erschöpft zusammenbrach und keine Kraft mehr fand, den Winter zu verjagen. Wir alle hoffen auf baldige Genesung. Katja du schaffst es! Mach den Winter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/01/52-Bücher.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1831" title="52 Bücher reloaded" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/01/52-Bücher.jpg" alt="Projekt 52 Bücher" width="216" height="247" /></a> Die verflixte Sieben hat mir nun schon das zweite (inklusive Hinterhand_Ansammlung sogar dritte oder vierte) Nachholthema beschert. Es kommt von der <a title="Frühlingsbotin Katja" href="http://wawuschel.wordpress.com/" target="_blank">Frühlingsbotin Katja</a>, die scheinbar, nachdem das wunderschöne Motto ihrer Fantasie entsprang, erschöpft zusammenbrach und keine Kraft mehr fand, den Winter zu verjagen. Wir alle hoffen auf baldige Genesung. Katja du schaffst es! Mach den Winter alle! Das halsbrecherische Thema lautet also:</p>
<p><a title="52 Bücher Bücherwoche 7.2" href="http://monstermeute.wordpress.com/2013/03/03/52-bucher-woche-7-2/" target="_blank">Du betrittst zum ersten Mal die Wohnung deines neuen Schwarms. Welches Buch sollte auf dem Couchtisch (oder natürlich wahlweise auf dem Nachttisch) rumliegen, damit du dir sicher bist “Hier bin ich richtig!”?<br />
(Bonusfrage: Welches Buch dürfte dort auf keinen Fall rumliegen?)<span id="more-2188"></span></a></p>
<p>Als ich noch klein und dumm war, hätte ich die Frage sicher ganz kategorisch beantwortet. Vor allem im Ausschließen von Menschen nach ihren Vorlieben beim Lesen war ich sicherlich das ein oder andere Mal zu vorschnell. Noch heute kämpfe ich schwer gegen literarische Ignoranz und ästhetische Intoleranz. Beispielsweise mit den sich stets <a title="Bildleser pauschal blöd" href="http://glotz.net/lesen/manchmal-kaufe-ich-die-bildzeitung-aus-liebe" target="_blank">aufbäumenden Vorurteilen gegenüber Bildleser_innen</a>. Doch im Laufe der Jahre und bösen Überraschungen musste ich meine pauschale Meinung zu den Wechselwirkungen zwischen Mensch, Seele &amp; Buch stark revidieren. Getreu der Entlarvung jener alten Weisheit <em>&#8220;Wo man singt, da lass dich nieder, denn böse Menschen kennen keine Lieder&#8221;</em> (mensch bedenke nur die politische Instrumentalisierung von Musik) verhält es sich mit den Vorlieben beim Lesen förmlich analog. Selbst der geborene Unsympath kann durch krude Verzerrungen im Raum-Zeit-Kontinuum zufällig einen ähnlichen Literaturgeschmack aufweisen, wie meinereiner (was natürlich nicht meinem erlesenen Geschmack schmälern kann).</p>
<h4 style="text-align: center;">Fatale Flirteratur<br />
oder<br />
Bücher, die mich in folgenschwerer Sicherheit wogen</h4>
<ul>
<li><span style="line-height: 1.6;">Douglas Adams: </span><em style="line-height: 1.6;">Per Anhalter durch die Galaxis </em>und alle Folgebände</li>
<li><span style="line-height: 1.6;">Irgendein Buch über </span><em style="line-height: 1.6;">Schrödingers Katze</em><span style="line-height: 1.6;">, dessen Autor und genauer Titel mir nicht einmal mehr einfallen möchten</span></li>
<li><em><span style="line-height: 1.6;"><a title="Einsteins Träume" href="http://glotz.net/lesen/einstein-kaninchen" target="_blank">Einstein&#8217;s Dreams</a></span></em></li>
</ul>
<p>Insgesamt kann ich eigentlich nur sagen, dass zu starke Parallelen im Lesegeschmack tendenziell zu eher fatalen Liebschaften führten. Vielleicht sind aber auch einfach nur meine Literaturvorzüge psychopathisch. Durchaus im Bereich des Möglichen.</p>
<p>Beziehungstechnisch empfinde ich es vielmehr als enorme Bereicherung, wenn das Objekt der Begierde als eine Art Schlüssel zu neuen geistigen Ufern fungiert. Wer es schafft, meine prinzipiell hungrige Neugier für wenigstens einige Momente zu verköstigen und nebenher, den stetig schwelenden Zweifel in verzückte Ekstase zu versetzen, jene_r kann schon fast gefahrlos Platz auf der Bettkante nehmen.</p>
<p>Einst begegnete mir auch ein Luftikus, welcher um jene literarische Verführbarkeit des tendenziell weiblichen Geschlechts nur zu genau wusste. Eine weitere Quelle der Macht ergab sich auch daraus, dass ihn irgendwann wohl ein holdes Wesen auf den außergewöhnlichen Klang seiner Stimme hinwies. Die Masche des Herren bestand fortan (und besteht heute noch) darin, Auserwählten vorzulesen. Sie am Telefon (oder gemäß des digitalen Zeitalters gar auf einschlägigen audiovisuellen Plattformen) in den Schlaf zu rezitieren und sich so in ihren Träumen zu manifestieren. Er selbst hingegen liest bis heute eher unfreiwillig zum eigenen Genuss. Vielmehr ergötzt er sich daran, der Damenwelt mit seiner Stimme Genuss zu bereiten, um sich früher oder später möglichst an ihnen gütlich zu tun. Daher hat jener Geselle auch stets ein Buch neben dem Telefon liegen, welches ihn selbst inhaltlich jedoch keineswegs interessiert (und seien wir ehrlich, am anderen Ende der Leitung wird auch nicht viel Wert auf Inhalt gelegt). Auch referiert er auf diversen Kommunikationskanälen regelmäßig eigene Gedichte. Poetische Ergüsse, die schon ohne jene Sonorität als pure Schrift wahrhaft beeindruckende Werke darstellen würden (ich buhlte gar schon, ob seines ausschweifenden Lebenstils, um die Rechte als Nachlassverwalter_in &#8211; also sollte hier demnächst einmal etwas geniales zu finden sein, wisst ihr Bescheid). So findet dieser Herr auch, trotz nicht unbedingt unter propagierte Schönheitsideale fallender phänotypischer Merkmale, einen bemerkenswerten Anklang beim *weiblichen* Geschlecht.<br />
(Wieso kommt mir die beschriebene Person gerade ein wenig vor, wie der Kreide fressende Wolf aus den <em>Sieben Geißlein</em>, welcher sich zu Rotkäppchens Großmutter ins Bett gesellt?)</p>
<p>Inhalt ist also nicht alles. Präsentation und das <em>&#8220;Wie&#8221;</em> oder auch das <em>&#8220;Warum&#8221;</em> können bei stark abweichenden Vorlieben sogar überaus liebreizend bis faszinierend wirken. Viel schlimmer wäre es ja, wenn Leser_innen anrüchiger Literatur (gemeint sind hier ähnliche Druckerzeugnisse, wie bereits beim Fellmonster erwähnt, also Bohlen-Gebrabbel, Sarrazin-Gehetze &amp; Bild-Gequake) diese schamhaft verstecken würden. Wohl wissend um die Korelation zwischen Charakterzuschreibung und Rezeption jener Werke. Wer nicht zu den Gründen solch merkwürdiger Lesegewohnheiten stehen kann, sich keiner Hinterfragung stellen möchte, der nimmt solches Gedankengut womöglich noch ernst &#8211; wider besseren Wissens!<span style="line-height: 1.6;"> DAS wäre wahrlich die übelste Art, bei welcher ich schnellstmöglich die Flucht vor vermeintlichen Schwärmen ergreifen möchte, doch Dank böswilliger Täuschung viel zu spät erkennen müsste. Gruselige Vorstellung&#8230;</span></p>
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<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Kinderkram" href="https://glotz.net/lesen/kinderkram" rel="bookmark">Kinderkram</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Das Thema der 11. Woche gab es schon einmal so ähnlich oder sogar zweimal in der letzten Runde. Doch weil es so schön ist kommt es diesmal sogar im Dreierpack daher:
liebstes Kinderbuch
Vom ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>BILD, die Vierte</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jun 2012 15:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empör dich!]]></category>
		<category><![CDATA[BILD-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Feierlichkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;und hoffentlich vorerst letzte. Es wird ja auch langsam widerwärtig, jenem Druckerzeugnis soviel Raum und Aufmerksamkeit zu widmen. ABER Gestern überschlugen sich die Ereignisse. Nicht nur ob des Phänomens, dass schon seine düsteren Schatten voraus warf. Nein! Die gesamten Begleitumstände ließen die vergangenen 24 Stunden irgendwie vollends im Lichte eines echten BILDerbuchtages erleuchten. Doch der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;und hoffentlich vorerst letzte.</p>
<p>Es wird ja auch langsam widerwärtig, jenem Druckerzeugnis soviel Raum und Aufmerksamkeit zu widmen.</p>
<p>ABER</p>
<p>Gestern überschlugen sich die Ereignisse. Nicht nur ob des Phänomens, dass schon seine <a href="http://glotz.net/aufregen/bild-wird-60" target="_blank">düsteren Schatten voraus warf</a>. Nein! Die gesamten Begleitumstände ließen die vergangenen 24 Stunden irgendwie vollends im Lichte eines echten BILDerbuchtages erleuchten. Doch der Reihe nach:</p>
<div id="attachment_514" class="wp-caption alignleft" style="width: 283px"><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/Örl-Örwin.jpg"><img class="size-medium wp-image-514" title="Örl Örwin" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/Örl-Örwin-273x300.jpg" alt="Earl of Wedding" width="273" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Örl Örwin, Earl of Wedding und sein Untergebener, Kater Kati</p></div>
<p>Voller Vorfreude machten Örl Örwin und meine Wenigkeit uns auf zur täglichen Morgenrunde. Bewaffnet mit hohen Erwartungen an die hiesige Hausgemeinschaft und einer Kamera zur Dokumentation derselben.</p>
<p>Als wir am Tatort Briefkästen vorbeikamen, prangte uns das Elend bereits entgegen, aus allen Postschlitzen blitzte die Jubel-Werbung der BLÖD &#8211; aus meinem der geheimnisvolle rote Umschlag. Schon im Vorfeld stand bereits fest,<span id="more-513"></span> diese Hunderunde im Morgengrauen sollte eine etwas ausgedehntere werden, um dem holden Nachbarn genug Zeit zu geben, ihre Exemplare in Augenschein zu nehmen und die persönlichen Entscheidungen zu treffen. Meine kühnen Erwartungen gingen selbstverständlich davon aus, auf dem Rückweg den Mülleimer neben den Postkästen in einem hochgradig fotogenen Zustand vorzufinden. Prall gefüllt mit Presseerzeugnissen aus dem Hause Springer.</p>
<p>Dass an dieser Stelle kein Bild von jenem BILD-Müll erscheint, ist jedoch mit Nichten &amp; Neffen einer geplatzten Linse ob des Motivs zu verdanken. Vielmehr überkam mich ein Schauer beim Anblick leerer Briefkästen inklusive fast leerer Tonne, lediglich ein einziges verstoßenes Exemplar. Dies bestärkte meinen in den letzten Monaten gefassten Entschluss zum Auszug nur um einen weiteren Punkt zur Loslösung aus dem jahrelang liebgewonnenen zu Hause.</p>
<p><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/Bild-roter-umschlag.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-515" title="Bild roter  Umschlag" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/Bild-roter-umschlag-300x255.jpg" alt="Axel Springer Moser-Post" width="300" height="255" /></a>Ernüchtert schnappte ich mir meinen geheimnisvollen, roten Umschlag und das einsame Jubel-Druckerzeugnis, in weiser Voraussicht, wie sich später feststellen ließ. Augenscheinlich war meine Spannung auf den mysteriösen Inhalt des Umschlags doch schon genährt. Ich öffnete ihn wohl für Tombolazwecke etwas zu stürmisch.</p>
<p>Aufatmen. Keine BILD. Verwirrung. Krude Zeilen:</p>
<p>&#8220;Ich bekomme den Umschlag, da ich der Zustellung der Jubiläums-Ausgabe widersprochen habe&#8221; soweit so klar. &#8220;Meine, mit Widerspruch übermittelten Adressdaten, werden nach der Jubiläums-Aktion vollständig gelöscht, sofern ich nicht Abonnent der Bild sei&#8221;.</p>
<p>Lieber Kai Diekmann, willst du mich ärgern? Wieso sollte ich als Abonennt widersprechen? Nun gut, ihr kennt eure Leser wohl besser als ich, wahrscheinlich ist dort tatsächlich der ein oder andere verwirrte Geist dabei &#8230;könnte ja sein.</p>
<p>Schön war aber auch dieser Satz:</p>
<p>&#8220;<em>Im Vorfeld der Jubiläums-Aktion sind uns zahlreiche Widersprüche übermittelt worden, die offenbar unzutreffende Absenderangaben enthielten. Falls Sie zu den Betroffenen gehören sollten und nun keine Jubiläums-BILD erhalten haben, obwohl Sie sich darüber gefreut hätten, bitten wir um kurze Mitteilung &#8211; wir schicken Ihnen dann gerne Ihr persönliches Exemplar nachträglich zu.</em>&#8221;</p>
<p>So vieles hier bringt mich doch zum Grübeln: Wer sind diese bösartigen Menschen, die braven Bildlesern einfach ihre Jubiläumsausgabe vermiesen wollen? Da sollte BILD doch mal aktiv werden, recherchieren und einschreiten. Oder ist das ganze doch einfach nur eine Verschwörungstaktik? Möchte die BILD hier gar dem abspenstigen Widersprüchler suggerieren &#8220;Du bist allein mit deiner Meinung! Die proklamierten 250.000 Widersprüche gehen einzig und allein auf die fünf Menschen zurück, die du persönlich kennst. Medial aufgebauscht und eigentlich nur durch dich und deinen Freundeskreis initiiert war diese scheinbar groß angelegte Protestaktion gegen, diese unsere BILD-Zeitung völlig überbewertet! Wir haben dich durchschaut Nicht-BILD-Leser!&#8221; Alles Einbildung &#8211; das ist ja nun wirklich nicht dass Niveau der Bild: Manipulation &#8211; Pah!</p>
<div id="attachment_518" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/BILD-Geschenkpapier.jpg"><img class="size-medium wp-image-518" title="BILD-Geschenkpapier" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/BILD-Geschenkpapier-300x225.jpg" alt="Geschenkpapier Bild-Zeitung" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Witz, das ist nicht einfach nur eine zweckentfremdete &quot;Zeitung&quot; - das ist tatsächlich das offizielle Geschenkpapier zum Volksverblödungsblatt der Deutschen</p></div>
<p>Den endgültigen Vogel des Tages schoss dann aber meine geliebte Verwandtschaft ab. Eingefallen zum offiziellen Tausch Geschenke gegen Kuchen, also mit mir, nicht zwischen ihnen und dem anderen wesentlich unbedeutenderen 60.jährigen Gratulanten, überreichten sie mir Präsente in standesgemäßer Verpackung.</p>
<p>Ich war völlig von den Socken. Zu Tränen der Trauer gerührt, von irgendetwas Undefinierbarem geschüttelt und doch voller Liebe und nachsichtiger Zärtlichkeit zu meinen unbedarften Ahnen. Diese sind übrigens, wie sich im Laufe der angeregten Diskussion zum Jubiläums-Geschenkpapier herausstellte waschechte BILD-Abonennten und, Herr Diekmann, sie bekamen KEINE Jubiläums-Bild. Ist das zu fassen?! Ich vermachte ihnen die meine, mitleidig aus dem Abfall entnommene. Kai, da brauchste dir keine Sorgen zu machen, die Lage ist unter Kontrolle. Danken darfst du mir dann später, ich werde dann bei Gelegenheit mal auf dich zukommen mit einem &#8220;<em>Angebot, dass du nicht ablehnen kannst</em>&#8221; <img src='https://glotz.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<div class="SPOSTARBUST-Related-Posts"><H3>Auf den zweiten Glotz</H3><ul class="entry-meta"><li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Mist machen &#8211; Der Auftakt" href="https://glotz.net/aktion/mist-machen-der-auftakt" rel="bookmark">Mist machen &#8211; Der Auftakt</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />DillEmma hat was gewonnen! Nicht etwa bei den sporadischen Aussetzern die zum Lottospielen verleiten, sobald der Jackpot mal wieder über die 15 Millionen-Marke geklettert ist (darunter lohnt es sich ...</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa" href="https://glotz.net/musik-video-film/ja" rel="bookmark">Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Innerliche Momentaufnahme:



Leider muss ich akut jedoch still auf diesem Bürostuhl sitzen. Domestiziert. Merkwürdige Arbeit verrichtend.  

Habe soeben nach zweijähriger Suche die Zusage ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>BILD wird 60</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2012 16:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empör dich!]]></category>
		<category><![CDATA[BILD-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Feierlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Opiate des Volks]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeit drängt! Morgen ist es soweit! &#160; Die BILD-&#8221;Zeitung&#8221; feiert ihren 60.Geburtstag und als ob das allein nicht schon schlimm genug ist, hat das Königsblatt der vergorenen Milchprodukte auch noch jede Menge Zusatzbäume geopfert, um unschuldige Menschen mit sinnlos bedrucktem Papier zu &#8220;beglücken&#8221;. Der Rekord-Meister im Verletzen von Persönlichkeitsrechten und Missachten der Menschenwürde (121 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeit drängt! Morgen ist es soweit!</p>
<p><img class="aligncenter" title="Keine Bild Jubiläums-Ausgabe" src="http://www.campact.de/img/bild/ml1/top_campaign_bild.jpg" alt="BILD wird 60. Jahre" width="450" height="265" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die BILD-&#8221;Zeitung&#8221; feiert ihren 60.Geburtstag und als ob das allein nicht schon schlimm genug ist, hat das Königsblatt der vergorenen Milchprodukte auch noch jede Menge Zusatzbäume geopfert, um unschuldige Menschen mit sinnlos bedrucktem Papier zu &#8220;beglücken&#8221;.</p>
<p>Der Rekord-Meister im Verletzen von Persönlichkeitsrechten und Missachten der Menschenwürde (121 Rügen des Deutschen Presserat seit 1986 gegenüber der Bild) sendet morgen sein gratis Jubiläums-Exemplar an alle Deutschen Haushalte, wenn man nicht vorher schlau genug war einen Widerspruch zu senden, wie es allein 235.000 Menschen über die <a href="https://www.campact.de/campact/home" target="_blank">Aktions-Plattform Campact</a> taten.<span id="more-472"></span> Wobei ich immer noch gespannt bin, ob dieser ebensolche Beachtung bei der Bild findet wie gesellschaftliche bzw. pressefreiheitliche Werte, sprich &#8220;objektive Berichterstattung&#8221; (von &#8220;Wahrheit&#8221; möchte ich ja garnicht sprechen), &#8220;Persönlichkeitsrechte&#8221; &amp; &#8220;Menschenwürde&#8221;. Mir ist die Wiederholung bewusst, aber wichtige Dinge dürfen auch mehrfach genannt werden, wenn sie an anderer Stelle schon zu kurz kommen.<br />
Dennoch fände ich auch das Szenario einer breiten unfrankierten &#8220;Zurück an den Absender&#8221;-Aktion durchaus amüsant.</p>
<p>Sicherheitshalber sollte man den armen Briefträgern vielleicht auch ein kleines Merkzettelchen am Postkasten hinterlassen. Bei der Gelegenheit kann auch gleich ein Teller Kekse und ein Schälchen Milch inklusive Beileids- &amp; Solidaritätsbekundungen für die Zweckentfremdung jener Berufsgruppe bereitgestellt werden.</p>
<p>Auch wenn es dieser Tage (auch von meiner Seite &#8211; ich sehe es schuldbewusst ein) schon genug Aufmerksamkeit für die Bild-Zeitung hagelt, hier noch ein kleiner, aber durchaus <a href=" http://www.spiegel.de/spam/60-jahre-bild-zeitung-a-840339.html">amüsanter bis verwirrender Artikel zum Jubiläum</a>. Mit heutzutage selten noch zu findendem investigativem Gespür deckt der Spiegel hier scheinbar ein kritisches Verhältnis zwischen Kai Diekmann und seiner Schwiegermutter auf. Wir wollen dabei natürlich keine Mutmaßungen in Richtung Komplex aufstellen &#8211; dazu sind wir wahrhaft nicht BILD genug &#8211; wir interpretieren nur allzu Offensichtliches.</p>
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Vor einiger Zeit ereigneten sich Dinge, die dazu führten, dass ich mich mit zunehmender Häufigkeit dazu genötigt sehe, zu singen. Meiner immensen sozialen Verantwortung gegenüber der ...</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Penner-Offensive" href="https://glotz.net/musik-video-film/penner-offensive" rel="bookmark">Penner-Offensive</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Die Werbung plant einen Großeinsatz gegen die friedlichste Bewegung unseres modernen Zeitalters - den Schläfer. Also nicht diese politischen oder religiösen Extremisten, welche dem schönen wie ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>Zeitungsschau</title>
		<link>https://glotz.net/aufregen/zeitungsschau</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2012 19:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empör dich!]]></category>
		<category><![CDATA[BILD-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wahnsinn]]></category>
		<category><![CDATA[Sport - Spiel - Spaß]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ich mich ja, wie erwähnt, als hochgradig aktiver Bild-Leser auszeichne&#8230; Moment kann man das so stehen lassen? Nee, da fehlt was. Die Definition lautet vielmehr &#8220;sporadischer Leser des Bild-Blog&#8221;. Das ist irgendwie wichtig, denn die heute erst von mir ausgegrabene Meldung der Blöd-&#8221;Zeitung&#8221; ist zwar nicht mehr ganz druckfrisch, dennoch irgendwie nicht minder empörend. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich mich ja, wie erwähnt, als <a href="http://glotz.net/tag/bild-zeitung" target="_blank">hochgradig aktiver Bild-Leser</a> auszeichne&#8230;<br />
Moment kann man das so stehen lassen? Nee, da fehlt was. Die Definition lautet vielmehr &#8220;sporadischer Leser des Bild-Blog&#8221;. Das ist irgendwie wichtig, denn die heute erst von mir ausgegrabene Meldung der Blöd-&#8221;Zeitung&#8221; ist zwar nicht mehr ganz druckfrisch, dennoch irgendwie nicht minder empörend. Aus Gründen der Aktualität wäre meine Entscheidung daher beinahe in Richtung &#8220;keinen weiteren Kommentar mehr wert&#8221; tendiert. Jedoch habe ich soeben mit halben Ohr vernommen, wie sich ein Bild-Heini &#8211; jener letzte Wortteil steht für &#8220;Keine Ahnung, ob der Mensch nun Redakteur oder &#8220;Journalist&#8221; oder sonstwas in deren Reihen ist, aber da der erste Wortteil ja sicher eh schon schlimm genug schmerzt, wozu noch entschuldigen?</p>
<p>Zurück zum Geschehen:<span id="more-388"></span></p>
<p>Jener BILD-Wieauchimmer diskutierte jedenfalls auf Sport 1 soeben über die bösen Griechen und dass diese wohl etwas &#8220;zu überzogen&#8221; an die Begegnung mit der Deutschen Nationalmannschaft herangehen. Ja, also &#8220;überzogen&#8221; ist dann solcherlei <a href="http://www.bild.de/politik/ausland/griechenland-krise/liebe-griechen-macht-jetzt-keinen-fehler-24686922.bild.html" target="_blank">offener Bild-&#8221;Brief&#8221; an das Griechische Volk</a> vor der Wahl am Wochenende eher gar nicht&#8230;<br />
In meiner anhaltenden Sprach- &amp; Fassungslosigkeit zu solcherlei Polemik in einem gefühlt eh schon siedend heißem Feuer des Nationalismus, das jene Thematik derzeit so vielerorts aufflammenden lässt, muss ich leider zu einem eklatanten Mittel greifen: dem Eigenzitat. Macht man nicht. Müffelt. Ja, aber in dem Falle fällt mir schlichtweg nichts weiter (jugendfreies) ein als:</p>
<blockquote><p><em>Liebe Griechen, also nur weil das Wort &#8220;Demokratie&#8221; aus eurer Sprache kommt, sollte man das jetzt nicht zu sehr überbewerten. Wir, die Bildredaktion und alle, alle, wirklich alle Deutschen, haben uns ja prinzipiell mit den Rettungspaketen ein gewisses Anrecht erkauft, auf den Ausgang einer freien demokratischen Wahl einzuwirken. Bitte berücksichtigt dies!</em></p>
<p>- Danke, eure Blöd, die in Sachen Niveaulosigkeit immer wieder ehrgeizig neue Maßstäbe zu setzen gedenkt.</p></blockquote>
<p>Ich tue Buße für dieses verwerfliche Stilmittel, indem ich ergebenst Raum schaffen möchte für großartige Selbstkritik aus einem anderen umstrittenen Mundwerk:</p>
<blockquote><p><em><a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/229845.nur-im-ausnahmefall.html" target="_blank">Nie und nimmer darf man als Linker für Deutschland sein. Das verbietet sich schon deshalb, weil man als Linker nur im Ausnahmefall etwas gut finden darf &#8211; Dinge, die irgendwann früher waren (Oktoberrevolution, 68, Karl &amp; Rosa), irgendwo in der Walachei passieren (Castro, Chávez, Obama) oder irgendwann später sein werden (Sozialismus, Kommunismus, saubere Umwelt). Aber niemals darf man etwas gut finden, das im Hier und Heute passiert.<br />
<em>Der Linken gebührt der historische Verdienst, die Nörgelei des kleinen Mannes zur Kritik veredelt zu haben. Kein Wunder, dass die Kombination der Eigenschaften links und deutsch ganze Wissenschaften hervorgebracht hat: die Nörgelei der Politischen Ökonomie (Marx/Engels), die Nörgelnde Theorie (Adorno/Horkheimer) und allerlei kritische Dinge mehr.</em><br />
Linkssein heißt also Scheißefinden</a></em></p></blockquote>
<p>In diesem Sinne geht der Artikel auch weiter und schließt den Kreis zum Stein des Anstoßes für diesen nun endlich fast endenden Beitrag:</p>
<h2>Das Drumherum der Fußball-EM</h2>
<p>Darf man nämlich als Linker natürlich auch nich gut finden. Mal ganz abgesehen von der Netzer &amp; Delling freien Berichterstattung, an deren Stelle Nasen wie Mehmet Scholl und besagte BILD-Bürschchen treten. Und schon garnicht sollte man Deutschland gutfinden! Um Fussballgottes Willen! (Um Engels Willen?) Zugegeben damit tue ich mich tatsächlich immermal wieder schwer &#8211; ich schwanke zwischen Feuereifer sowohl bei Jubel wie Protest.<br />
Es wäre doch um einiges leichter, wenn ein Hauch der irischen Fankultur hier rüberschwappen würde.</p>
<p>In diesem Sinne: Lebt wohl, liebe Grasgrünen Sänger &#8211; ich werde euch vermissen!</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/22Xx2kwqNoc" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<div class="SPOSTARBUST-Related-Posts"><H3>Auf den zweiten Glotz</H3><ul class="entry-meta"><li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Drollige Trolle" href="https://glotz.net/musik-video-film/drollige-trolle" rel="bookmark">Drollige Trolle</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />

Eine häufig verschätzte Spezies unserer Internetlandschaft ist der "Gemeine Forentroll" (Trollus forum primarius terroris). Häufig werden ihre Beiträge als sinnentleert, störend oder ...</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Freunde, Römer, Bäckersfrauen!" href="https://glotz.net/lyrischer-fisch/1155" rel="bookmark">Freunde, Römer, Bäckersfrauen!</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />

Hiermit erkläre ich folgendes
Sekret für sanitärpflichtig:

- Schleimspuren
- Hochverratsschweiß
- Überheblichkeitsgedünstetes

Wir gehen nun folgendermaßen vor:

{a}us ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Manchmal kaufe ich die Bildzeitung &#8230;aus Liebe</title>
		<link>https://glotz.net/lesen/manchmal-kaufe-ich-die-bildzeitung-aus-liebe</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Jun 2012 18:49:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies!]]></category>
		<category><![CDATA[BILD-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur 52]]></category>
		<category><![CDATA[Schwippschwagers Stiefzwilling]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, es ist selten, aber wahr, Die Liebe treibt seltsame Spiele mit uns&#8230; Von meiner vernagelten Einstellung gegenüber so manch Institutionen &#38; Konzernen sind selbstredend auch diverse Medien betroffen. Nummer Eins unter diesen nimmt logischerweise das ultimative Hassblatt der Deutschen ein &#8211; Die Bild Zeitung. Keiner liest sie, jeder weiß, was drin steht &#8211; zumindest, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/52.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-143" title="52 Bücher" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/52.jpg" alt="Lesen" width="216" height="247" /></a><strong>Ja, es ist selten, aber wahr,</strong><br />
Die Liebe treibt seltsame Spiele mit uns&#8230;</p>
<p>Von meiner vernagelten Einstellung gegenüber so manch Institutionen &amp; Konzernen sind selbstredend auch diverse Medien betroffen. Nummer Eins unter diesen nimmt logischerweise das ultimative Hassblatt der Deutschen ein &#8211; Die Bild Zeitung. Keiner liest sie, jeder weiß, was drin steht &#8211; zumindest, wenn man den Werbeparolen der Springer Presse Glauben schenken mag. Ketzerisch, wie ich bin, tat ich das natürlich nie. Vielleicht wog mich auch die peinliche Verschwiegenheit meiner Mitmenschen in Sicherheit. Vielleicht sollte ich mir langsam doch eine gesunde Paranoia gegenüber meiner Umwelt zulegen:</p>
<p><strong>IHR LEST DOCH ALLE DIE BILD! GEBT&#8217;S ZU!<span id="more-175"></span></strong> (Wo wir gerade dabei sind: Am 28. Juni ist Caps Lock Day!)</p>
<p>Meine Blauäugigkeit war schlichtweg überbordend weltfremd. Ungeachtet der hohen Auflage jenes Presse-Erzeugnis, ging ich stets davon aus, die Bild-Zeitung wäre ein sterbendes Überbleibsel des bierseligen Proleten-Stammtisches (Verzeiht, liebe Proleten-Stammtische, die ihr ebenfalls eine Abneigung gegenüber &#8220;Blöd&#8221; hegt, es ist nicht meine Absicht euch zu kompromittieren).<br />
Bis zur Kollision mit der <em>besseren Hälfte</em> schien ich jedenfalls offensichtlich in einer Art Parallel-Universum der Naivität zu verharren. So wäre ich in meiner allumfassenden Ignoranz nie auf den Gedanken gekommen, dass sich halbwegs intelligente Menschen im nüchternen Zustand tatsächlich in den Zeitungskiosk ihres Vertrauens wagen und dort ganz ohne den vielleicht feigen aber doch wenigstens die Ehre wahrenden Schutz einer Skimaske zur Bild Zeitung greifen. Nicht etwa, um sie zu verbrennen oder weil sie unerwartet von einer heimtückischen wie unaufhaltsamen Diarrhö übermannt worden sind &#8211; NEIN! (merkt es euch &#8211; der 28. Juni!) &#8211; um mit einem unerschütterlichen Selbstverständnis auch noch ihr sauer verdientes, geklautes oder gefundenes Geld dafür auszugeben, in der ernsthaften Absicht in diesem Machwerk zu &#8220;lesen&#8221;. Und auch das nicht aus lauter Hilflosigkeit als letzte Überlebensmaßnahme vor dem nahenden Langeweile-Tod im Wartezimmer einer Arztpraxis, oder weil man versehentlich beim Nebenmann in der U-Bahn eine Schlagzeile streifte und die Fassungslosigkeit über primitive bis falsche Darstellung einen nicht mehr wegschauen lässt.</p>
<p>Als ich dieses zunächst überaus verstörende Verhalten zum allerersten Mal, am mir zu diesem Zeitpunkt schon so ans Herz gewachsenen und doch augenscheinlich gesund, aufgeklärt und normal wirkenden Menschen, wahrnahm, war ich ebenso erschüttert wie verunsichert. Was macht mensch denn da? Den Notarzt rufen? Amnesty International? Nach der versteckten Kamera linsen? Oder die Beine in die Hand nehmen, bevor sich aus der knospenden Zuneigung noch Liebe zu einem Bild-Leser entwickelt? Während das Gedanken-Karussell schwindelerregende Kapriolen schlug, wurde auch ich ertappt. Offensichtlich war meine geistige Verwirrung bis außerhalb meiner Körpergrenzen spürbar. Trocken, ja fast lapidar selbstverständlich und ohne danach gefragt worden zu sein, wurde mir eine Erklärung geliefert:</p>
<h2>&#8220;Der Sportteil&#8221;</h2>
<p>Ein beeindruckendes Phänomen, dem ich umgehend forsch auf den Grund gehen musste. Stimmten womöglich die Mythen der Verblödung, welche sich als kalkulierbare Nebenwirkungen um die Lektüre dieser Zeitung rankten gar nicht? Kann man trotz allem ruhigen Gewissens schlafen, auch wenn man dem Springer-Konzern ausgerechnet für dieses Produkt Geld in den Rachen wirft und damit ungeahnte Projekte zur mentalen Beeinflussung einer gesamten Gesellschaft einfach mitfinanziert? Und was das wichtigste ist: Wie trägt man das erworbene Produkt so in die eigenen vier Wände, dass keine Menschenseele Wind davon bekommt und man womöglich für immer gebrandmarkt ist, um sich anschließend in heimischer Umgebung schamhaft dem Studium der &#8220;exklusiven Einblicke hinter die Kulissen des Fussballs sowie einzigartiger Bilder&#8221; (Paraphrasierte Detailbegründung des Befragten, aus dem Gedächtnis zitiert &#8211; Ja, schau Gutti, so wird&#8217;s gemacht) zu widmen? Gerade die Antwort auf die letzte Frage, wird Sie erschüttern, meine Damen und Herren:</p>
<h2>Man kann die Bild-Zeitung öffentlich lesen!</h2>
<p>Also &#8220;man&#8221; ist vielleicht großspurig dahergesagt, zudem bedarf diese Sache, so man es denn überhaupt will, zum einen einer gewissen Übung, zum anderen einer gehörigen Portion Mut. Mit genug Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigene Gehirnschmalz-Kompetenz geht das aber scheinbar, ohne weitere Schäden davonzutragen. Beeindruckend! Sogleich erhielt ich ungewollt meine erste Übungslektion und musste mich auf offenem Terrain damit arrangieren, dass der damals potenzielle Anwärter auf die zu belegende Stelle &#8220;bessere Hälfte&#8221; (später auch bekannt als der &#8220;Zwilling vom Schwager&#8221;), meinen Argwohn in seine Fähigkeiten als Bewerber um die ausgeschriebene Position unbeirrt weiter schürte. Wir gingen in den Park und er fläzte sich versonnen unter einen Baum, um zu tun, was ich trotz aller Zweifel bis zu diesem Zeitpunkt immer noch für unmöglich hielt:<br />
<strong>Er las!</strong><br />
Ich beobachtete die skurrile Szenerie aus gebührendem Abstand, wollte keineswegs mit derartigen Schweinereien in Verbindung gebracht werden. Dennoch war ich beeindruckt. Dieses Ereignis liegt nun schon Jahre zurück und ehrlich gesagt, ist es mir selbst immer noch unmöglich, selbstständig solcherlei Machtdemonstrationen gegenüber gesellschaftlichen Normen und Werten durchzuführen. Aber, nicht ohne eine Mischung aus tiefster Scham und höchstem Stolz, kann ich behaupten:</p>
<p><strong>Auch ich habe mittlerweile schon dieses Schmierblatt gekauft</strong></p>
<p>Die zu diesem Zeitpunkt schon als Schwagers Zwilling anerkannte Person, wähnte sich im Zustand einer schweren Krankheit und es war Sonntag, jener Tag, wie ich mittlerweile weiß, an dem der Sportteil wahrhaft ausgeprägt und lohnenswert ist (also für Menschen zu denen sich die Unendliche Weite des Internets noch nicht herumgesprochen hat oder die immer noch im Glauben verharren &#8220;<em>Internet? Dat setzt sich eh nich durch</em>&#8220;). Also beschloss ich, nicht ohne alle erdenklichen sicherheitstechnischen Vorkehrungen zu treffen, mich in die Schlacht zu begeben und ihm ein solches Exemplar zu besorgen. Gut ausgerüstet und mit blickdichtem Rucksack und genau abgezähltem Kleingeld ausgestattet (eine solch heikle Übergabe muss schließlich möglich schnell und unauffällig vonstatten gehen) suchte ich einen Kiosk in nicht allzu bevölkerungsreicher Gegend auf wartete, bis darin und auf den Straßen darum keine Menschenseele außer dem Kioskverkäufer in Sichtweite waren, die diesem folgenden Spektakel beiwohnen könnten. Erleichternd trug dazu bei, dass ich mich in einer Stadt aufhielt, in welcher sich mein soziales Umfeld auf recht wenige menschliche Kontakte beschränkte &#8211; ich war in Hamburg, dem damaligen Wohnort der besseren Hälfte und nicht daheim in Berlin. Dieser Fakt ist in soweit wichtig, da er neben der &#8220;Menschen, die einen kennen könnten&#8221; Problematik auch noch ein anderes gewichtiges Kaufkriterium berührt:</p>
<p>&lt;h2&gt;BILD kauft &#8220;man&#8221; nur in Hamburg&lt;/h2&gt;</p>
<p>Weil in Berlin ist im Sportteil gar kein HSV-Klatsch. Seit dem Umzug hat sich daher das Bild-Zeitung Problem quasi völlig in Luft aufgelöst. Und der Hamburger Freundeskreis hat ein immer gern gesehenes billiges Mitbringsel fürs Hälften-Besserli.</p>
<p>So nun ist es raus &#8211; ich fühl mich erleichtert und kann nun auch Phänomene wie Ablasshandel und kirchliche Beichte viel besser nachvollziehen. Aber warum lasse ich überhaupt Licht auf diesen düsteren Fleck meines ach-so reinen Selbst fallen?</p>
<p>Schuld ist das Thema der Frau Doktor Doktor Fellmonster</p>
<blockquote><p><a href="http://monstermeute.wordpress.com/2012/06/01/52-bucher-woche-31/">“Mein peinlichstes Buch”… eine Schmonzette, oder eine Berlusconi-Biographie oder… ein B*ckbuch.. so was eben..</a></p></blockquote>
<p>Vielen Dank! Ich fühle mich geläutert, erleichtert und geheilt!</p>
<div class="SPOSTARBUST-Related-Posts"><H3>Auf den zweiten Glotz</H3><ul class="entry-meta"><li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Masturbation &#8211; Ferrari des authentischen Sex" href="https://glotz.net/lesen/masturbation-ferrari-des-authentischen-sex" rel="bookmark">Masturbation &#8211; Ferrari des authentischen Sex</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Wie schon in dem wohl am knackig übertitelsten Artikel, der kurzen Lebensgeschichte jenes Blogs angeklungen, dreht sich in der 24 Bücherwoche alles um echten Sex. Also im sprichwörtlichen Sinne, ...</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Krankhafte Empathie &#8211; Die Unfähigkeit zum Hass" href="https://glotz.net/lesen/krankhafte-empathie-unfaehigkeit-zu-hassen" rel="bookmark">Krankhafte Empathie &#8211; Die Unfähigkeit zum Hass</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Manchmal wünsche ich mir einen symbolischen Nussknacker oder einen nussigen Symbolknacker, genaueres weiß ich nicht. Jedenfalls materialisierte sich dieser Wunsch zunehmend, nachdem ich nun schon ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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