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	<title>Glotz_net &#187; Theater</title>
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	<description>...Lesen ist seliger denn Gaffen!</description>
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		<title>Erotisches Leseerlebnis</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Nov 2013 09:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies!]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe & Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Masse skandiert: &#8220;Aufholjagd! Aufholjagd!&#8221; &#8211; So fügen wir uns der euphorischen Menge und zerren das nächste Thema aus dem bis zum Bersten angeschwollenen Topf unbearbeiteter 52 Bücher-Beiträge: Ein Buch, wodurch du etwas gelernt hast. Mein aus Büchern erworbenes Wissen beschränkt sich nicht lediglich auf Kenntnisse um das Fähnlein Fieselschweif. Das mag den einen oder anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/01/52-Bücher.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1831" title="52 Bücher reloaded" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/01/52-Bücher.jpg" alt="Projekt 52 Bücher" width="216" height="247" /></a>Die Masse skandiert: &#8220;Aufholjagd! Aufholjagd!&#8221; &#8211; So fügen wir uns der euphorischen Menge und zerren das nächste Thema aus dem bis zum Bersten angeschwollenen Topf unbearbeiteter 52 Bücher-Beiträge:</p>
<blockquote><p><em><a title="Lernbuch" href="http://monstermeute.wordpress.com/2013/08/18/52-bucher-woche-28-2/" target="_blank">Ein Buch, wodurch du etwas gelernt hast</a>.</em></p></blockquote>
<p>Mein aus Büchern erworbenes Wissen beschränkt sich nicht lediglich auf <a title="Fähnlein Fieselschweif" href="http://glotz.net/krempel/naechstes-halloween" target="_blank">Kenntnisse um das Fähnlein Fieselschweif</a>. Das mag den einen oder anderen nun sicherlich in Erstaunen versetzen, ja, womöglich gar ganze Realitäten erschüttern, doch ich bin ein leidenschaftlicher Leser von Sachbüchern. Um die soll es im Folgenden aber überhaupt nicht gehen. Auch nicht um die vulgärste Trivialliteratur, welcher ich, so sie mir denn in die Hände fällt, ebenfalls Wissenswertes zum Bereichern meiner persönliche Schatzkammer entsaugen kann. Nein! Das grandiose Spektakel, bei welchem ich kürzlich etwas gelernt habe, ist nicht nur ein Buch, es sind sogar gleich mehrere. Hinzu kommt formidabler Weise, dass die Literatur an sich dabei ausnahmsweise sogar mal (zumindest teilweise) in den Hintergrund tritt.<br />
Womöglich kennt es der, die, das ein_e oder andere auch schon. Ich jedenfalls stieß erst kürzlich darauf und war fasziniert, begeistert und sowieso. Es handelt sich um ein Projekt namens <a title="hysterische Literatur" href="http://hystericalliterature.com/" target="_blank">Hysterical Literature</a>, was sich gewissermaßen mit der Abspaltung zwischen Körper und Geist beschäftigt.<br />
Nachdem ich mich nun gefragt habe, ob ich die Sessions einfach für sich sprechen und potentielle Voyeure schlicht unvorbereitet hineinstolpern lassen sollte, kam ich zu dem Entschluss: Ich mache beides! Wer sich also von diesem, in so vieler Hinsicht wundervollem bis verstörenden Projekt überraschen lassen mag, klickt entweder einfach auf die Seite selbst oder direkt zu der von mir als herausragendst empfundenen Session:<br />
<iframe src="//www.youtube.com/embed/nHt4IEyYuyQ" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Wer allerdings jetzt weiterliest, ohne geschaut zu haben, wird nun gespoilert:</p>
<p>Für das Kunstprojekt Hysterical Literature bat <a title="Clayton Cubitt" href="http://claytoncubitt.com/" target="_blank">Clayton Cubitt</a> einige Frauen, eine Passage aus ihrem Lieblingsbuch vorzulesen. Unter dem Tisch verbirgt sich dabei der &#8220;Geheimnisvolle Fremde&#8221; ausgestattet mit vibririerender Gerätschaft sowie dem Ansinnen dem Körper der Lesenden Zerstreuung zu verschaffen und ihren konzentrierten Geist auf Abwege zu locken. Vor dem Tisch muss auch mindestens ein Kameramensch (womöglich Cubitt selbst?) herumspringen, was der insgesamt schon abstrusen Situation noch eine weitere potenziell hemmende Komponente hinzufügen könnte. Die Leserinnen können dabei jederzeit die Sitzung unterbrechen, indem sie ihren Namen und den Titel des vorgelesenen Buches abschließend verkünden.<br />
Das Projekt wird als eine Art feministische Installation angekündigt, welche die Dualität zwischen Körper und Geist erforschen und sichtbar machen soll. Klingt trockener als es ist. Ich persönlich empfinde den &#8220;Kampf&#8221; der Probandinnen um volle Konzentration aufs Buch, Seriosität, Körperkontrolle und das ziemlich häufige Unterliegen in diesem Zwiespalt, das sukzessive Loslassen und anschließende (teilweise bereits begleitende) Reflektieren dessen, was frau da eigentlich gerade macht, als extrem spannend, witzig oder gar absurd erotisch. Da bekommt doch die Vorstellung abends noch gemeinsam ein Buch zu lesen plötzlich eine völlig neue spannende Bedeutungskomponente. Grandios sind dabei auch die Veränderung in den Gesichtern. In mehreren der Sessions hatte ich den Eindruck, dass zu Beginn und zu Ende der jeweiligen Sitzung zwei völlig andere Frauen dasitzen, beziehungsweise ein und dieselbe, welche gerade (fast ausschließlich in Gesicht und Stimme) so viel intimes ihrer eigenen Persönlichkeit preisgegeben hat, dass der eigentliche Mensch für den Betrachter in gewisser Weise sichtbarer geworden ist. Das häufige Lachen am Ende dieser Sessions, finde ich übrigens auch wahnsinnig faszinierend. Ist es Befreiung? Scham, nachdem der Geist den Körper wieder zurückdrängt?Ein allgemeines unterschiedlichster Gefühle, die das ganze (ja nicht unbedingt alltägliche) Brimborium so in den Probandinnen ausgelöst hat?</p>
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Getreu dem Motto "Das Beste kommt zum Schluss" präsentiert Ihre Felligkeit zur vorerst vorletzten Bücherwoche ein eigens erdachtes Thema:
Ein Buch, das Du auch mit 10 XXL-Caipis intus oder für ...</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Bücher zum Verlieben &#038; Entlieben" href="https://glotz.net/lesen/bucher-zum-verlieben" rel="bookmark">Bücher zum Verlieben &#038; Entlieben</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br /> Die verflixte Sieben hat mir nun schon das zweite (inklusive Hinterhand_Ansammlung sogar dritte oder vierte) Nachholthema beschert. Es kommt von der Frühlingsbotin Katja, die scheinbar, nachdem ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>Deutschstunde</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Oct 2013 12:35:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies!]]></category>
		<category><![CDATA[BILD-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst natürlich]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur 52]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach langer, langer Zeit melden wir uns zurück zu den 52 Büchern. Wir holen tief Luft und starten in etwa den drölfzigsten Anlauf zur angekündigten &#8220;spektakulären Aufholjagd&#8221; &#8211; einer Art Hürdenlauf. Die erste Hürde überspringen wir noch mit reichlich Atem in den verteerten Lungen. Wie bei jeder größeren Sportveranstaltung wimmelt es dabei natürlich von Geldgebern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/01/52-Bücher.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1831" title="52 Bücher reloaded" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/01/52-Bücher.jpg" alt="Projekt 52 Bücher" width="216" height="247" /></a>Nach langer, langer Zeit melden wir uns zurück zu den 52 Büchern. Wir holen tief Luft und starten in etwa den drölfzigsten Anlauf zur angekündigten &#8220;spektakulären Aufholjagd&#8221; &#8211; einer Art Hürdenlauf. Die erste Hürde überspringen wir noch mit reichlich Atem in den verteerten Lungen. Wie bei jeder größeren Sportveranstaltung wimmelt es dabei natürlich von Geldgebern, welche mit ihren Werbeslogans die einzelnen Hürden verzieren. Der erste Schriftzug rauscht in einem enormen Tempo von mindestens doppelter Schneckengeschwindigkeit an uns vorüber. Gerade noch können wir ihn entziffern:</p>
<blockquote><p><a title="Bücherwoche 30 Numero zwo" href="http://monstermeute.wordpress.com/2013/09/01/52-bucher-woche-30-2/" target="_blank"><em>Deutsche Krimis</em></a></p></blockquote>
<p>Meine fast schon traditionsgeladene Geschichte der persönlichen Lektüre von Kriminalromanen wächst und gedeiht zu einem wahren Epos:<br />
Erst kürzlich (genau genommen gestern) gesellte sich ein neuer Krimi zur munteren Meute aus vormals einem ganzen gelesenen Exemplar dieses Genres ( <a title="Der erste Krimi" href="http://glotz.net/lesen/rezension-jo-nesbo-die-larve" target="_blank">wir berichteten</a>). Damit habe ich mal eben den Gesamtbestand verdoppelt! Im Vorbeigehen quasi.<span id="more-2508"></span><br />
Der pure Zufall will es so, dass dieses Werk auch tatsächlich aus der Feder eines deutschen Autors stammt, einem gewissen Bernhard Jaumann.</p>
<div id="attachment_2529" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/09/österreicher-zwerg.png"><img class="size-medium wp-image-2529" title="Little-man-syndrom" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/09/österreicher-zwerg-300x148.png" alt="BILD-Kommentare Nazi" width="300" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">So reagierten BILD-&quot;Leser&quot;, als sich ihre geliebte &quot;Zeitung&quot; unvermutet öffentlich auf Facebook, für den rosa behemdeten Hitlergrüßler vor dem Hellerdorfer Asylanten-Heim schämt. Irgendwer überrascht? Nein? Nuja...</p></div>
<p>Die Handlung selbst ist zwar in Österreich verortet, doch da Österreich und Deutschland ja sprachlich, kulturell und an zu beiderseitigem Leidwesen auch geschichtlich (nicht nur) an sensiblen Punkten derart miteinander verwoben sind, dass einst selbst der überbordenste Nationalstolz (also diese ungesunden Auswüchse von &#8220;Stolz&#8221;, die mit selbigem ursprünglich positiven Wohlgefühl auf selbst Erschaffenes nicht einmal im Ansatz mehr verbandelt sind) wahrhaft grenzüberschreitend in die haarsträubenden Theorien über willkürlich festgelegte Rassen, Nationen und sonstig gefährliches Spinnwerk eingeflochten werden konnte, zählt das. Letzteres ist sicherlich der Vorteil an Theorien welche derart aus der Luft gegriffen sind, dass jene, die sie er&#8221;denken&#8221;, sie auch dergestalt zurechtrücken können, wie es ihnen und ihren Zielen eben am besten in den Kram passt. Das Ganze ist ja auch heute noch eher gängiges Prinzip. So liegt die Definitionsmacht meist bei den Herrschenden selbst, wobei &#8220;Herrschende&#8221; im Weiterdenken nicht auf ein reines Führerprinzip &#8211; wenn wir grad beim Thema sind &#8211; referiert, sondern auch ganze bevorzugte Bevölkerungsgruppen mitmeinen sollte. Gut, zu sehen auch gern immer wieder in der Wissenschaft oder schlicht bei der Schwerpunktlegung des Nachrichtenwerts und deren Deutung in den Medien. Aber wir verlaufen uns schon wieder. Schlittern auf Glatteis. Aalen uns im Licht der Erkenntnis. Sühlen uns im Schmutz düsterer Wahrheiten, anstatt schnell wieder zurück auf unsere Hürdenstrecke zu spurten. Nun denn &#8211; Auf zum Buch und Schluss mit philosophischen Abwegen zu hässlichen Gnomen mit <a title="Little-Man-Syndrom" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Napoleon_complex" target="_blank">Little-Man-Syndrom</a>und ihrer paradigmatischen Leuchtturmfunktion in puncto Terminologischer Determiniertheit (oder wie immer man das nennen will, wenn irgendwo in dem Geschwafel oben schon einmal Definitionsmacht steht und der schreibende KirrWopf nichts ärger scheut als stumpfe Wiederholungen).</p>
<h2>&#8220;Hörsturz&#8221; &#8211; Joachim Naumann</h2>
<p>Dieser deutsche Krimi ist nicht nur meine erste deutsche Krimilektüre, es ist auch noch der erste Kriminalroman, den dieser Herr Jaumann je verfasst hat. Zufall? Wir wissen es nicht.<br />
Bei Hörstürz handelt es sich jedenfalls um den Auftakt einer besonderen Krimireihe, welche sich den fünf Sinnen widmet. Der Titel sorgt dabei für Überraschungen:<br />
Es geht um den Hörsinn.<br />
Wer hätte das gedacht.<br />
Vielmehr geht es sogar um das sinnliche Hören.<br />
Die ganze Geschichte beginnt während einer Radiosendung der reichlich (nicht nur musikalisch) überreizten Moderatorin Ruth Strelecky, welche in ihrer Show lediglich überaus sarkastisch das Thema <em>&#8220;Wien wie es singt und klingt&#8221;</em> behandeln möchte:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Unser Wochenthema ist die Art von akustischer Umweltverschmutzung, die hierzulande gern als Musik bezeichnet wird und auf die wir Wiener allgemeiner Überzeugung nach stolz zu sein haben. Kommt euch die Brühe aus Walzern und Operetten, Heurigenliedern und Musicalsongs auch schon zu den Ohren heraus? Ruft uns an! 06-6066996. Sagt uns eure Meinung zum Mythos &#8220;klingendes Wien&#8221;. Zur Anregung hier: Bahn frei für</em> [an dieser Stelle stand der Titel irgendeines Marsches, den WordPress dank Absturz gelöscht hat. Ich könnte ihn zwar hier wieder einfügen, aber fragt mich mal, wo nun das Buch abgeblieben ist, wo dieser Artikel doch schon in den Entwürfen vor sich hinstaubte]</p></blockquote>
<p>In besagte Sendung platzt dann eine Anruferin mit dem geheimnisvollen Namen <em>&#8220;Minnie aus dem 6. Bezirk&#8221;</em>. Ruth, in ihrer unverwechselbar hochnäsigen Art, gedenkt Minnie schon allein des Namens wegen, zunächst ungefähr so ernst nehmen zu wollen, wie deutsche Lehrer es mit Kindern namens Justin, Chantal und dergleichen gerne praktizieren. Leider verändert Minnie mal so ganz nebenbei Ruths Leben grundlegend. Sie verliest ein Kommuniqué, in welchem sie Aktionen gegen die dekadente Musikkultur Wiens ankündigt. Am Abend kracht es dann auch im ersten Konzert. Dies ist weder Minnies letzter Anruf in Ruths Sendung noch bleibt es bei diesem einen Anschlag auf die Opernhäuser.<br />
Bei einem jener Attacken auf Wiens musikalisches Nachtleben, verschwindet auch Ruths Schwester, während sie in einer Aufführung der <em>Zauberflöte</em> die Pamina singt. Soviel darf ich zumindest noch verraten, weil es auch im Klappentext steht. Es folgt die unvermeidliche Suche nach den Tätern. Parallel sucht Ruth nach ihrer Schwester, denn natürlich haben beide Fälle etwas miteinander zu tun. Das sieht die Polizei zwar anfangs nicht (wie womöglich üblich in Kriminalwerken über Laien-Ermittlungen aus dem Angehörigenumfeld), aber für jede_n halbversierte Tatort-Kenner_in oder sonstige geradeaus denkende Menschen, ist das relativ klar ersichtlich (schließlich hätte ja sonst auch ein Handlungsstrang ausgereicht). Dass hier zu einem womöglich in Krimikreisen weiter verbreitetem Aufbau des Spannungsbogen gegriffen wird mindert allerdings keineswegs den Genuss der Lektüre im allgemeinen.<br />
Was bietet das Buch also sonst noch? Zahlreiche Leichen, die sicherlich coolste &#8211; im Sinne von traurig und schreiend komisch zugleich &#8211; Beerdigung aller Zeiten und einen Papageien namens Kant, der statt Aufklärung nur &#8220;Au, Au&#8221; sagen kann. Zudem mochte ich einige Formulierungen des Autors einfach unheimlich gern. Und in Sachen Sinnlichkeit beschlich mich streckenweise das Gefühl, es wird eine ähnliche Strategie zur Veranschaulichung der Geräuschkulissen gefahren, wie Süskind es mit den Gerüchen im Parfum vollzieht. Nicht abgekupfert aber stilistisch durchaus davon beeinflusst.<br />
Fazit:<br />
Ich bin ja nicht sonderlich erprobt darin zu berurteilen, was ein Krimi nun alles mitbringen sollte, um gut zu sein. Meine kriminalistische Versiertheit erstreckte sich bis vor kurzem ganz spießbürgerlich nun tatsächlich nahezu ausschließlich auf denn sonntäglichen Tatort (worunter für mich auch der Polizeiruf fällt) und einige Folgen der Kommissarin Lund. Literarisch bewege ich mich also eher auf #Neuland und das hat es ja generell an sich erstmal vieles unvorbehaltener und positiver zu sehen, als ein geübtes, aber auch womöglich schon übersättigtes Auge. Ich war also amüsiert, wenn auch nicht nachhaltig beeindruckt. Doch ich denke, dass ja auch Kurzweil primäres Ziel jenes nun nicht übermäßig tiefgründigen Genres ist. Also: Ziel erreicht. Zum entspannten Genuss-Lesen würde ich mir also jederzeit einen der Folgebände gönnen.</p>
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</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>Geschichten aus dem Untergrund (1)</title>
		<link>https://glotz.net/musik-video-film/geschichten-aus-dem-untergrund-1</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Feb 2013 13:20:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Berliner U-Bahn. Durchaus hassenswert, überaus liebenswert. Da gehen die Meinungen selbst innerhalb ein und derselben Person oft auseinander. Ich persönlich reg mich unheimlich gern drüber auf. Ich reg mich aber einfach generell gern auf. Gleichzeitig fühle ich mich mit diesem Transportmittel seit frühester Kindheit inniglich verbunden. Bereits in frühester Jugend faszinierte mich die Optik [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berliner U-Bahn. Durchaus hassenswert, überaus liebenswert. Da gehen die Meinungen selbst innerhalb ein und derselben Person oft auseinander. Ich persönlich reg mich unheimlich gern drüber auf. Ich reg mich aber einfach generell gern auf.<br />
Gleichzeitig fühle ich mich mit diesem Transportmittel seit frühester Kindheit inniglich verbunden. Bereits in frühester Jugend faszinierte mich die Optik jener Gefährte, die ich schon damals mit Finsterbergmaden verglich, als ich noch gar nicht von der Existenz jener metallenen Erdwürmer wusste.</p>
<div id="attachment_1997" class="wp-caption aligncenter" style="width: 679px"><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/02/Tunnelpfeiffer.jpg"><img class="size-full wp-image-1997 " title="Tunnelpfeiffer Berlin" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2013/02/Tunnelpfeiffer.jpg" alt="Tunnelpfeifer Berlin" width="669" height="502" /></a><p class="wp-caption-text">Schwer begeistert gewesen über derart sinnentleerte (Kunst-?)Aktionen im offiziell wirkenden </p></div>
<p>Trotz diverser Wetteranfälligkeiten sowie sonstiger Macken, ist das an und für sich gute Öffentliche Berliner Verkehrssystem sicherlich mitverantwortlich dafür, dass ich entgegen immer wieder aufkeimender Vorhaben noch keine Fahrschule von innen gesehen habe. Echte Berliner_innen fahren Bahn oder Fahrrad.<span id="more-1729"></span> Mit dem Auto ist mensch hier eh doppelt so lang unterwegs. Also schuldig im Sinne der Anklage, neben den Mitverantwortlichen &#8220;persönliche Links-Rechts-Schwäche&#8221; &amp; einer &#8220;Neigung zu temperamentvollen Ausbrüchen gegenüber allen Wesen, die nicht augenblicklich so funktionieren wollen, wie ich es ihnen mittels Telepathie doch eindeutig vorschreibe&#8221;.<br />
Da ich die nächste Zeit doch zunächst einmal wieder vom <a title="Fahrrad statt Bahn" href="http://glotz.net/lyrischer-fisch/rennsemmeln" target="_blank">Rad auf die U-Bahn</a> umsteige, empfinde ich es ganz passend einige Eindrücke aus diesem spannenden Gefährt ab und an hier zu verewigen. Schon allein als Gegenmaßnahme zum <a title="Schwabist" href=" http://www.dark-johann.de" target="_blank">geballten Schwabismus</a>*, der mir hier ab und an entgegenschlägt. Nicht zuletzt aber auch, weil sie Leben bedeutet, die liebe Bahn.<br />
Also das soll nun keine Hommage an &#8220;Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands&#8221; werden. (Diese Sendung gibt es allen Ernstes sogar auf DVD! Dies musste ich einst beim Bezahlen meiner Schwarzfahrschulden feststellen! Ernsthaft, wer kauft sowas?! Wer sich nicht freiwillig meldet, den werde ich im Falle gröbster Langeweile eines Tages entlarven, indem ich mich wochenlang, bewaffnet mit Kamera neben die Vitrine mit jenen Filmkunstwerken stelle und warte!) Bei einer Fahrt mit der U-Bahn ist die Sicht auf Berlin ja überwiegend eher eingeschränkt, zumindest unter landschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. Für leidenschaftliche Hobby-Anthropologen, Erlebnis- und gar Sensationshungrige ist sie allerdings ein wahrer Segen. Und darum geht&#8217;s. Und weil dieses übermächtige Vorwort schon viel zu lange hier in den Entwürfen schlummert (mittlerweile hat mein pedalbetriebenes Fortbewegungsinstrument, ja schon eine Reparatur und erneute Wunden, bei einem Absturz des Hinterrades in ein Schlagloch mit den Ausmaßen von etwa halb Mittelerde, erleiden müssen. Dann kam Schnee und seit gestern besitze ich also doch endlich ein Jahres-Abo , gegen welches ich mich ja eigentlich, nachdem ich jahrelang mit den preisgünstigen Konditionen für Student_innen verwöhnt wurde, ewig weigerte. Jedenfalls beste Grundvoraussetzungen stets Nachschub für Untergrundgeschichten zu beschaffen).</p>
<p>Fangen wir mit dem Positiven an: Letztens also geriet ich in eine fahrende, singende &amp; schwingende Demonstration (schätzungsweise vom Refugee Protest Camp). Unterschiedlichste Beschallung &amp; Performance in U-Bahnwagons ist zwar an und für sich nicht gerade etwas außergewöhnliches &#8211; nicht umsonst gibt es ganz bestimmt irgendwo eine Statistik, die Inhaber_innen von Monatskarten eine geringere Präsens auf &#8220;richtigen&#8221; kulturellen Veranstaltungen bescheinigen würde. Wozu auch, gibt es ja alles umsonst sowie in nicht zu unterschätzender Vielfalt im Untergrund. Doch anstatt eines Einzelkünstlers oder den ebenso häufig vertretenen Duetten oder Trios, standen strategisch gut verteilt im ganzen Abteil etwa 20 Personen klatschend, tanzend und singend:</p>
<p style="text-align: center;">Oh lala<br />
Oh lélé<br />
Solidarité<br />
avec le sans papiers</p>
<p>Das Spektakel war derart ansteckend, das nach etwa ein bis zwei Stationen kaum noch ein Unterschied zwischen &#8220;echten&#8221; Demonstrant_innen und den eigentlichen Fahrgästen auszumachen war. Alles stimmte mit ein, tanzte vereinzelt gar mit, kein Mensch lehnte Flyer ab, viele stellten sogar Fragen, &#8220;Wieso?&#8221;, &#8220;Warum?&#8221; und was der Text bitte hieße. Das war schlicht schön. Und das war&#8217;s auch schon.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>*Eine wunderschöne Begrifflichkeit, welche mir gestern (kann <a title="Kuttner Sendungsmittschnitt Sprechfunk" href="http://www.radioeins.de/programm/index.to.01-02-2013_05-00.psdoc.%21content%21rbb%21ein%21programm%21sendungen%21sendungen%2199%211301%21130131_eins_sondersendung_3524.from.31-01-2013_05-00.musiktitel.true.html" target="_blank">heute immer noch nachgehörcht</a> werden) neben anderen Epochalitäten durch mein großes geistiges Vorbild zuteil wurde und die ich mir <del datetime="2013-02-01T10:09:53+00:00">erdreistete</del> erlaubte hier und fortan zu recyclen. Der Begriff funktioniert übrigens nach altbewährter Berliner Ignoranz: Alles, was sich geografisch weiter als 25 Kilometer (großzügige Auslegung) im <del datetime="2013-02-01T10:09:53+00:00">Tal der Ahnungslosen</del> Brandenburger Umland und darüber hinaus befindet, ist Schwabenländle (Ausnahmen bestätigen bei dieser nicht ganz wertfreien Zuordnung allerdings die Regel &#8211; worunter allerdings NICHT Niedersachsen fällt <img src='https://glotz.net/wp-includes/images/smilies/icon_mrgreen.gif' alt=':mrgreen:' class='wp-smiley' />  ).</p>
<div class="SPOSTARBUST-Related-Posts"><H3>Auf den zweiten Glotz</H3><ul class="entry-meta"><li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Bio Grafen, Bio Autos und sowieso alles Bio" href="https://glotz.net/lesen/bio-grafen-bio-autos-und-sowieso-alles-bio" rel="bookmark">Bio Grafen, Bio Autos und sowieso alles Bio</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Voll ins Schwarze! Biologie war zwar in der Schule eines der wenigen Fächer, welche auf meine körperliche wie geistige Anwesenheit zählen durften, aber das hat leider außer in puncto Wortstamm so ...</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Wenn der Vater mit dem Sohne" href="https://glotz.net/musik-video-film/wenn-der-vater-mit-dem-sohne" rel="bookmark">Wenn der Vater mit dem Sohne</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Nachdem ich in meiner energiegeladenen Aufholjagd gestern gleich mal den zweiten Beitrag zu einem der wenigen Themen, die ich bereits abgehakt hatte, veröffentlichte, habe ich den Artikel mal ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>Volle Lehrer lehren leerer</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jul 2012 18:49:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einst trug es sich zu, dass ich ein Seminar mit dem klangvollen Namen &#8220;Lehre lernen&#8221; besuchte. Eindeutig zeitgemäßer empfinde ich allerdings diesen großartigen Dozenten, welcher scheinbar mehr so unter dem Motto &#8220;Leerer lehren (volle Lehranstalt)&#8221; unterrichtet. Kein Plan, ob ich anstelle seiner Schüler irgendetwas des tatsächlichen Lernstoffs wirklich behalten würde, aber es scheint eh um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einst trug es sich zu, dass ich ein Seminar mit dem klangvollen Namen &#8220;Lehre lernen&#8221; besuchte.<br />
Eindeutig zeitgemäßer empfinde ich allerdings diesen großartigen Dozenten, welcher scheinbar mehr so unter dem Motto &#8220;Leerer lehren (volle Lehranstalt)&#8221; unterrichtet.<br />
Kein Plan, ob ich anstelle seiner Schüler irgendetwas des tatsächlichen Lernstoffs wirklich behalten würde, aber es scheint eh um Mathematik im weitesten Sinne zu gehen. Lehrmethode tut also nichts zur Sache. Hauptsache man bleibt wach, amüsiert sich &amp; freut sich auf die nächste Unterrichtsstunde. Auf jedenfall rockt dieser Pauker den Hörsaal.<br />
<object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/QNxaSct3UHs?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/QNxaSct3UHs?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Zumindest wette ich darauf, dass die Fehlstunden in seinem Unterricht dramatisch gering sind. Da wünscht man sich doch tatsächlich nochmal kurz in die Schulzeit zurück. Wer hätte geglaubt, dass der Mythos Schul-Nostalgie tatsächlich auf wahren Phänomenen beruht. Wieder was gelernt.</p>
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Diese Rezension! ...</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Und der Chef letztens so:" href="https://glotz.net/krempel/und-der-chef-letztens-so" rel="bookmark">Und der Chef letztens so:</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />"Können wir nichmal was virales machen? Ich hätte da gern einen Linkbait. Frollein DillEmma, packen se mir mal bis zur nächsten Woche ein Konzept auf den Tisch. Irgendwas, das voll durchstartet. ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>Monstro-Poeten</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jun 2012 22:51:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies!]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur 52]]></category>
		<category><![CDATA[Monstren-Ufos-Autonome]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Das böse böse Fellmonster ist ein Egomane Das Thema der laufenden Bücherwoche lautet schlicht und einfach Monster Kein Grund in Panik zu geraten! &#8230;.oder doch? Monster bestimmen eigentlich meinen täglichen Alltag: Ich besiege sie Tag für Tag in den Dungeons der Online Rollenspiele (ich bin ein Held!) Ich lese täglich das Fellmonster-Blog (aber das als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/52.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-143" title="52 Bücher" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/52.jpg" alt="Lesen" width="216" height="247" /></a>Das böse böse Fellmonster ist ein Egomane <img src='https://glotz.net/wp-includes/images/smilies/icon_surprised.gif' alt=':o' class='wp-smiley' />  Das Thema der laufenden <strong>Bücherwoche</strong> lautet schlicht und einfach</p>
<blockquote><p><a href="http://monstermeute.wordpress.com/2012/01/27/52-bucher-woche-13/">Monster</a></p></blockquote>
<p>Kein Grund in Panik zu geraten! &#8230;.oder doch?</p>
<p>Monster bestimmen eigentlich meinen täglichen Alltag:</p>
<ul>
<li>Ich besiege sie Tag für Tag in den <strong>Dungeons der Online Rollenspiele</strong> (ich bin ein Held!)</li>
<li>Ich lese täglich das <strong>Fellmonster-Blog</strong> (aber das als Lektüre anzuführen wäre ja wohl schlichtweg zu &#8230;.zu&#8230; &#8220;also, wenn das jeder machen würde!&#8221; &#8230;obwohl es gäbe da einen durchgeknallten Fellfreak, die das sicher nicht sooo tragisch fände)</li>
<li>Ich kaufte mir erst kürzlich einen <strong>Monsterbacke</strong> Joghurt oder Quark (so genau weiß man das bei den übersüßten Produkten ja nie, aber es war mit Banane und Kaufrauschauslösend: <strong>Knisterzeuch!!!</strong> Etwas, das im Mund britzelt &#8211; wer kann da schon &#8220;Nein!&#8221; sagen?!)</li>
</ul>
<div id="attachment_191" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://kostenlose-online-rollenspiele.de/wp-content/uploads/2012/02/monsterbacke.jpg"><img class="size-medium wp-image-191" title="monsterbacke-knisterbanane" src="http://kostenlose-online-rollenspiele.de/wp-content/uploads/2012/02/monsterbacke-300x225.jpg" alt="Monster mit knisternden Backen" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das eine ist Apfel und nicht Banane ....beide knistern aber ganz faszinierend! - ich musste klauen gehen in kirstenskunterbunterblog.blogspot.com - ich gelobe Besserung - sobald meine Kamera sich wieder entschließt klarzukommen</p></div>
<p>Was also könnte in Bezug auf solch gearteten Lesestoff in Frage kommen?<br />
Prinzipiell mache ich um Monster in Büchern weite Bögen<span id="more-248"></span>, weil ich im tiefsten Innern schlichtweg ein Schisser bin.<br />
Da hilft wohl nur der gutgemeinte Rat des Um-die-Ecke-Denkens. Also Hirntornado an, auf Durchzug schalten und Blicke wie Gedanken schweifen lassen:<br />
Ich schiele auf mein uraltes <strong>Quetschenpaua-Plakat vom &#8220;Monstren Ufos Autonome&#8221;-Konzi</strong> und beginne zu summen &#8220;<em>Monstren, Mumien, Mutationen und Phantomäää &#8211; Monster, Ufos, Ahautonomäää</em>&#8221; &#8211; der Nachbar klopft. Summen war&#8217;s dann wohl doch nicht mehr&#8230;</p>
<p>Ein Plakat geht sicher eh nicht direkt als Buch durch &#8230;.zu wenig Seiten &#8211; ich könnte schummeln und etwas auf die Rückseite kritzeln. Nein! &#8211; Ich will diese Monsternuss jetzt ordentlich knacken.</p>
<p>Der alte <strong>Quetschmän</strong> scheint mir, beim genaueren Darauf-Rumdenken eh recht monsteraffin: Da entsprang mal eines der tollsten Theaterstücke, die ich je sah, der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen diesem Punkerurgestein und &#8220;damals&#8221; recht jungen Band &#8220;Früchte des Zorns&#8221;. Nicht nur in Sachen Monster unglaublich sehenswert:</p>
<div id="attachment_192" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-192  " title="Theaterstück-freiheit-satt" src="http://kostenlose-online-rollenspiele.de/wp-content/uploads/2012/02/freiheit.jpg" alt="Revolte Springen - Freiheit satt - autonomes Theater" width="200" height="197" /><p class="wp-caption-text">Das auf dem Bild sind die Besagten Monstren auch Toxik-Viecha genannt und der Link hinter dem Bild entführt in eine Liveaufnahme des autonomen Kunstwerkes ....Zeit, die man sich durchaus mal nehmen kann</p></div>
<p>Leider ist das Stück meines Wissens nirgendwo niedergeschrieben und die größten Monster sind eigentlich das<strong> System und die Menschen</strong>, welche es beleben. Klingt aus meiner Feder irgendwie viel zu sehr nach platter Metaphorik. Und wenn schon &#8211; das Tiefgründigste ist es vielleicht nicht &#8211; aber schön fantasievoll und spaßig und &#8230;.zurück zum Kernthema:</p>
<p>Eben traf es mich wie ein Geistesblitz &#8211; wirkt vielleicht abgegriffen, aber eines meiner liebsten Kinderbücher war</p>
<blockquote><p><strong><em>Das Urmel aus dem Eis</em></strong></p></blockquote>
<p>Damals manifestierte sich schlicht schon mein <strong>Interesse an Sprache</strong>. Dass alle Exilanten-Tiere des <em>Professor Habakuk</em> irgendeinen <strong>Sprachfehler</strong> aufwiesen, hat mich fasziniert. Am tollsten fand ich dabei<strong> Ping, den Pinguin &amp; Wawa, den Waran</strong> &#8211; entsinne ich mich recht und sie tauschten nicht sogar irgendwann mal ihre sprachlichen Defizite?</p>
<p>Nun wo das (Urmel aus dem) Eis gebrochen ist, kommen mir tatsächlich noch so einige <strong>monströse literarische Manifestationen</strong> in den Sinn. Klar, auf</p>
<blockquote><p>Kafkas &#8220;Die Verwandlung&#8221;</p></blockquote>
<p>hätte man eigentlich sofort kommen müssen. Ein Buch bei dem ich mich ewig weigerte, es zu lesen, weil Kafka mir damals in meiner frühpubertären Anti-Phase zu gehypet vorkam. Jugendliche können ja dermaßen ignorant &amp; dumm sein. Schön, wenn man sich auch endlich darauf einlassen kann, Dinge gut zu finden oder überhaupt anzuschaun, trotzdem es viele machen. Manchmal hat der Drang der Masse ja auch tatsächlich einen durchaus verständlichen Grund.</p>
<p>Viele Monster tummeln sich ja auch in den <strong>Pen&amp;Paper Rollenspielen</strong>. Manche dieser nicht-virtuellen Fantasy-Spiele erschlagen den Einsteiger gar mit ganzen Romanreihen an Regelwerken und Welteinführungen. Ein super Tischrollenspiel bietet</p>
<blockquote><p>Das Weltenbuch</p></blockquote>
<div id="attachment_194" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://kostenlose-online-rollenspiele.de/wp-content/uploads/2012/02/weltkarte-weltenbuch.jpg"><img class="size-medium wp-image-194 " title="weltkarte-weltenbuch" src="http://kostenlose-online-rollenspiele.de/wp-content/uploads/2012/02/weltkarte-weltenbuch-300x212.jpg" alt="Pen and Paper Rolenspiel" width="300" height="212" /></a><p class="wp-caption-text">Das Weltenbuch ist Welt und Buch in einem - Kämpfe dich durch die aufgeschlagene Doppelseite und besiege die Monster der Unterseite - wechsel die Seite über die magische Falzschlucht und hüte dich vor dem Seitenabgrund sowie vor den Wesen der Eiswüste Tippex</p></div>
<p>Ein wenig Hintergrundwissen zur allgemeinen Welt der <strong>Dungeons &amp; Dragons</strong> ist zwar schon gefragt, jedoch hauptsächlich, um den hintersinnigen Humor zu verstehen, der raffiniert das eigene Genre aufs Korn nimmt. Hier treffen <strong>Literatur &amp; Monster</strong> in Reinkultur aufeinander. Die <a href="http://weltenbuchv2.jcgames.de/regelwerk/chargen_klischee.html">Monster, Dämonen &amp; Klischeegegner</a> sind allesamt auf der aufgeklappten <strong>Doppelseite als Wohnwelt</strong>angesiedelt.</p>
<p>Eine tolle Mischung aus<strong> Satire, Klischee, Rollenspiel, Literatur &amp; Monstern</strong>. Der Wortwitz ist manchenteils so platt, dass er schon wieder brüllend komisch anmutet. Klasse und klassisch ist natürlich das interaktive Moment: Wer sich als Rollen-Spieler in einem solchen Setting bewegt, möchte sprachlich komplett eintauchen und nur nicht zurückhängen, das reizt und regt die Fantasie an und sorgt für launige Spielrunden.</p>
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Will ich! Brauch ich! Muss ich haben!</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Tierische Wiederbelebungsmaßnahme" href="https://glotz.net/krempel/tierische-wiederbelebungsmasnahme" rel="bookmark">Tierische Wiederbelebungsmaßnahme</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />oder (Achtung! Legendärer Wortwitz) Reanimalierung

Ich habe derzeit kein Internet, dafür jedoch massig (naja alles ist relativ) Zeit, eine blitzblanke Wohnung, stecke mitten in den ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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		<title>Federviehcher sind auch nur Vögel</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jun 2012 11:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DillEmma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies!]]></category>
		<category><![CDATA[Frei-Naiv-Kindlich]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur 52]]></category>
		<category><![CDATA[Shoah]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;oder etwa nicht? Beim Motto der 18. Bücherwoche fiel mir spontan ein Buch ein, welches mir die gute Mestra Yllana aber schon vor der Nase weggeschnappt hatte. Nils Holgerson. Also musste zum Thema Federvieh Nochmal eingehender gerübelt werden. Das Werk, welches es nun getroffen hat, ist eher mäßig mit Federn besehen, dafür aber mit ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/52.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-143" title="52 Bücher" src="http://glotz.net/wp-content/uploads/2012/06/52.jpg" alt="Lesen" width="216" height="247" /></a>&#8230;oder etwa nicht?</p>
<p>Beim Motto der 18. Bücherwoche fiel mir spontan ein Buch ein, welches mir die gute Mestra Yllana aber schon <a href="http://mestrayllana1.blog.de/2012/03/02/52-buecher-woche-12982653/">vor der Nase weggeschnappt</a> hatte. Nils Holgerson.</p>
<p>Also musste zum Thema</p>
<blockquote><p><a href="http://monstermeute.wordpress.com/2012/03/02/52-bucher-woche-18/">Federvieh</a></p></blockquote>
<p>Nochmal eingehender gerübelt werden. Das Werk, welches es nun getroffen hat, ist eher mäßig mit Federn besehen, dafür aber mit ganz vielen<strong> komischen Vögeln</strong> oder Menschen, welche scheinbar eine Meise haben. Das soll aufgrund der eher <strong>tragischen Thematik</strong> jetzt nicht dispektierlich anklingen, es handelt sich dabei nämlich um Myron Levoys</p>
<blockquote><p><strong><em>Der gelbe Vogel</em></strong></p></blockquote>
<p>Das Federvieh hat in diesem Falle keine einzige davon am Leib, es handelt sich nämlich um ein Modellflugzeug, welches die verstörte Naomi Kirschbaum im Laufe der Handlung von ihrem Freund Alan Silvermann geschenkt bekommt.<span id="more-261"></span></p>
<p><a href="http://www.kuk-west.de"><img class="alignleft" title="gelber Vogel" src="http://www.kuk-west.de/Images/Postkartenset2009/Nilofar-Kasravi-der-gelbe-Vogel-kl.jpg" alt="Der gelbe Vogel" width="300" height="212" /></a>Der gewiefte Onomastiker hat sicher schon bei der Namensnennung erkannt, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit um jüdische Nachnamen handel. Da sowas in Romanen ja nie zufällig platziert wird, ist es sicher auch nicht schwer zu erraten, dass es irgendwas mit dem Inhalt zu tun hat.</p>
<p>Die Handlung streift die <strong>Judenverfolgung im Dritten Reich</strong> und während des zweiten Weltkriegs. Der Ort an dem sich das ganze abspielt ist jedoch in Amerika, sowie in der traumatischen Erinnerung von Naomi, einem etwa 12 jährigen Mädchen, welches mit ihrer Mutter vor der Besetzung der Nazis aus Frankreich geflohen ist. Naomi hat der Erschlagung ihres Vaters durch die Nazis beiwohnen müssen. Sie gibt sich eine Mitschuld daran, da sie nicht so schnell verräterische Papiere zerreißen konnte, welche die <strong>Mitgliedschaft ihres Vaters im Widerstand</strong> bewiesen. Seither ist sie verständlicherweise stark verstört, redet nicht und hängt in dem Erlebten fest indem sie stetig damit beschäftigt ist Papier zu zerreißen. In einem solchen Augenblick lernt sie auch Alan kennen, welcher mit seinem Schlagball-Schläger das Wohnhaus betritt und ihr damit ungewollt gehörige Angst verschafft. Da er im gleichen Alter wie Naomi ist, treffen die Eltern der beiden Familien ein Abkommen. Er soll sich mit ihr beschäftigen und eine Art gesunder Sozialkontakt sein.</p>
<p>Alan schafft es tatsächlich mit Hilfe einer Puppe zu Naomi vorzudringen und ihre Apathie zu durchbrechen. Sie lernen sich auch ohne die Spielzeuge kennen und das Mädchen wird sogar fähig, sich ganz normal wieder in die Schule einzugliedern. Leider sind nicht alle Menschen so sensibel im Umgang mit der Thematik oder Mädchen oder überhaupt. Ein Klassenkamerad beschimpft Naomi im Beisein Alans aufs Übelste mit <strong>antisemitischen Äußerungen</strong>. Der Verteidigungsmechanismus von Alan, gegenüber seiner Freundin springt natürlich an und es kommt zur blutigen Schlägerei. Gegenüber dieser Gewalt bricht das überwunden geglaubte Trauma Naomis wieder aus. Sie flieht panisch und nach einer erfolgreichen Suchaktion wird sie völlig verstört aufgefunden und in die Psychiatrie eingewiesen.</p>
<p>Auch wenn das Buch recht tragisch endet, so ist irgendwie alles offen, denn was einmal gelungen ist, kann immer wieder gelingen. Der Funke Hoffnung ist nicht völlig erloschen. Das Erlebte hat zudem Alans Aufmerksamkeit geweckt, für das sonst eher beim eigenen Vater kritisch betrachtete politische Interesse. Zudem findet Alan durch den Verlust Naomis auch wieder mit seinem besten Freund zusammen. Also alles in allem ein bittersüßes, <strong>lebensnahes Jugendbuch</strong>. Sowohl politisch, aber auch über die bewegenden Dinge der <strong>Lebendigkeit, wie Freundschaft, Liebe und Verlust</strong>.</p>
<p>Das schöne an dem Roman ist, dass er sich auch wunderbar als Theaterstück aufführen lässt, so kam ich überhaupt mit jenem <strong>Lesestoff in Kontakt</strong>, durch eine Laienspielgruppe, bei welcher sich in den Proben ebensolch freundschaftliche Bande knüpfen ließen, wie beschrieben. Das Einstudieren solcher Stücke, bringt teilweise mehr, als das &#8220;Sich Berieseln Lassen&#8221; oder ausschließliche Lesen. Die Auseinandersetzung mit den Figuren und das Hineinversetzen in die psychischen Zustände bereichert meines Erachtens die Empathie und das Verständnis für solch schwer fassbare Problematiken enorm. Egal ob bei Heranwachsenden oder auch schon vermeintlich Ausgewachsenen</p>
<div class="SPOSTARBUST-Related-Posts"><H3>Auf den zweiten Glotz</H3><ul class="entry-meta"><li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Das Jungbrunnen-Zauberbuch" href="https://glotz.net/lesen/das-jungbrunnen-zauberbuch" rel="bookmark">Das Jungbrunnen-Zauberbuch</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Immer, wenn das Fellmonster "leichtes Thema" schreibt, verfalle ich schon vorauseilend in Schockstarre, nehme die Embryonalstellung ein und harre zitternd der Dinge, die da kommen mögen. Doch der ...</li>
<li class="SPOSTARBUST-Related-Post"><a title="Bezaubernde Jugend" href="https://glotz.net/lesen/bezaubernde-jugend" rel="bookmark">Bezaubernde Jugend</a><!--SPOSTARBUST 303 excerpt_length=200 --><br />Kaum ist das Projekt 52 Bücher gestartet, bin ich schon wieder am Aufholen. Diesmal schaffe ich es aber und nehm die Sache ernst, schließlich wurde ich vom Herren Dunkelschlumpf (derzeit ...</li>
</ul></div>]]></content:encoded>
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