Gar schröckliche Selbstreflexion

Projekt 52 BücherNur noch zehn Wochen bis zum Ende des Projekts 52 Bücher. Bis dahin habe ich beschlossen, den Rückstand aufgeholt zu haben. Ich übe mich nun also im Kurzfassen. Daher flugs zum Thema:

Schreckliche Buchgeschenke

So etwas wagt sich bei mir keiner. Die wenigsten schenken mir allerdings Bücher. Die meisten dieser Wenigen besitzen allerdings den Anstand vorher nach speziellen Wünschen zu fragen oder sie zu kennen.
Außer eine:

Braucht sie auch nicht, denn sie ist mit einem extraterrestrischem Gespür ausgestattet, was den Buchkauf für andere Menschen angeht. Es handelt sich um eine Art Gabe. Das Muttertier betritt einen Buchladen, greift zielsicher einige Werke heraus, verschenkt sie und landet mit ihnen stets Volltreffer. Diese Sensibilität erstreckt sich jedoch nicht einfach nur auf einen lesenswerten Inhalt. Nicht gerade selten verschenkt sie das richtige Buch zur richtigen Zeit an die richtige Person. Sie erspürt unterschwellig bevorstehende Lebenswandel, dort wo der Beschenkte sie womöglich noch nicht einmal wahrnimmt.

(Geschweige denn

selbst)

Sie füttert so versehentlich den wachsenden Willen zum notwendigen Umschwung mit dem sprichwörtlich letzten Tropfen.
Dazu benötigt sie im übrigen niemals als solche ausgewiesene Lebensratgeber. Es sind vielmehr treffende Geschichten, welche an der Seele etwa zehnmal so potent zur Tat schreiten, wie ein ordentlicher Cocktail aus Antidepressiva und Aufputschmittel.
Da solche Momente des Wachsens ja auch durchaus beängstigende Phasen in ihrem Prozess beinhalten, wohnt den Buchgeschenken von

also durchaus ein gesunder Schrecken inne.

 

4 Responses to 'Gar schröckliche Selbstreflexion'

  1. Fellmonsterchen says:

    Sehr schön! Jetzt habe ich mich eben erst mal bei YouTube festgefräst und einige Loriotvideos geguckt. Herrlich!

  2. Ralph says:

    Was gäbe ich dafür, wenn ich den letzten, Dir von Deiner Mutter kredenzten, Buchtitel wüsste ;-) Aber sicher ist: Das Leben ist Veränderung – und irgendwie macht es selbiges so ja auch spannend! Nebenbei: Lieber ein gesunder Schreck als kranke Langeweile …

    • DillEmma says:

      Der letzte, durch meine Mutter kredenzte Geistesblitz ist gestern eingeschlagen und hat sich an meinem Horizont als Silberstreif eingebrannt. Diesmal sogar ganz ohne Buch, nur ein Wort, aber seitdem kribbeln die Stromschläge durch den ganzen Körper. Ich hoffe und wünsche mir dahingehende Fortschritte einer hoffentlich bevorstehenden Veränderung hier sogar dann dokumentieren zu können.

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