Fellmonsters Fragenmix

Holzmonster

Die Eb*y hat Holzmonster für Dreineunundneunzig ...mit Iro!

Frollein Monster scheint kürzlich durchs Unterholz gehüpft zu sein. Sie popelt nun die ganzen Hölzchen aus dem Zottelfell und wirft sie in der Gegend rum. Jene hündischen Urinstinkte in mir können sich dem Drang des Zuschnappens einfach nicht erwehren. Daher raspelt der Holzkopf nun wieder Süßes:

  1. Hast Du auch peinliche Lieder in Deiner Playlist/auf CDs/wo auch immer, und wenn ja, wie wäre es mit einem Beispiel?
    Mal wühlen. Ich hätte hier einmal die Glocken von Rom anzubieten – das kommt allerdings aus des Schwippschwagers Stiefzwillings dunkler Ecke. Ansonsten – hmmm – “peinlich”… so etwas kenne ich nicht. Ich kann so stimmungsmäßig auch mal zu Matthias Reim “Verdammt ich lieb dich” mitgröhlen – oder ganz groß im Kurs auch immer wieder “Sie sind grün” von Knut Kiesewetter (allein der Name ist doch schon einen Jauchzer wert).
    Auch verbrachte ich einst eine Nacht in einem Gildenchat, welcher musikalisch plötzlich in ziemlich bedenkliche Gefilde abdriftete. Irgendjemand hatte da ein Wendler Konzert im Hintergrund laufen und wie durch Zauberhand schalteten sich die Glotzen sämtlicher Chatpartner_innen sukzessive synchron. Im Laufe des Abends erklang immer wieder “NINA!” aus irgendeiner Ecke. Aber peinlich? Wenn ich das nun wirklich mögen würde… Allerdings, wenn ich etwas wirklich mag, hab ich dafür ja auch Gründe…
  2. In den 80ern war die Neue Deutsche Welle angesagt. Welches Lied fällt Dir dazu spontan ein?
    HURRA HURRA DIE SCHULE BRENNT – Song meiner Kindheit! Allein der Anfang hat mich arg geprägt:
    “Die kleinen Mädchen aus der Vorstadt
    tragen heute Nasenringe aus Phosphor.
    Die Lippen sind blau, die Haare grün,
    Steichholzetiketten am Ohr.”

    Dieses Bild war sicherlich mit ein Grund für eine frühe Faszination und Prägung auf die Punkszene.
  3. Was ist Deine liebste Grünpflanze?
    Ich hatte einst eine kleine Weide. Die stand bei meiner Oma im Garten. Ich nannte sie Onkel Baum und konnte mich stundenlang damit unterhalten. Ja, ich war ein pflegeleichtes Kind.
    Heute bzw. derzeit habe ich einen kleinen Narren an der Porzellanblume gefressen. Bei einer Freundin zu Hause wuchert das Ding einen ganzen Raum bzw. dessen Decke und Wände zu. Es sieht aus wie im Dschungel und ab und an blitzen die ulkigen Blüten hervor. Sowas ist einfach nur bezaubern. Bereits vor Jahren hatte ich mich schon einmal an Setzlinge davon probiert, denen es jedoch unter meiner grünen Fuchtel nicht sooo behagte. Gerade läuft Zuchtversuch #2 bei mir – in 30 Jahren wissen wir mehr.
  4. Führst Du Selbstgespräche?
    Niemals!
    Ich rede mit Gegenständen und anderen Teilen meiner Persönlichkeit, manchmal brabbel ich auch einfach die Luft zu.
    Aber ich rede doch nicht mit mir selbst! Ich bin doch nich bekloppt!
  5. Thema Uli Hoeneß: Soll er beim FC Bayern der King bleiben, wenn es die Mitglieder so wollen, oder soll er sich, da er ja definitiv gegen das Gesetz verstoßen hat, zurückziehen?
    Ja. Ach. Pfff. Wenn er bleibt und wenigstens (hoffentlich) bis in alle Ewigkeit immer wieder von irgendwelchen Seiten damit konfrontiert wird, dass diese und jene Aussage zum Thema Moral und Ethik nun aber so nicht von einem wie ihm an- & hingenommen werden kann, dann meinetwegen. Welcher Unsympath da nun König oder Kaiser ist, tangiert mich eher peripher. Solange es sich nicht wieder anfängt aufzuspielen, kann es meinetwegen da rumkönigen, wie es lustig ist…
  6. Außerirdische landen auf der Erde und suchen Gesprächspartner, es ist aber nicht klar, ob es wirklich bei Gesprächen bleibt oder womöglich diese merkwürdigen Versuche, von denen man im Zusammenhang mit Aliens immer wieder hört, durchgeführt werden. Überwiegt die Neugier und Du meldest Dich freiwillig oder bist Du lieber vorsichtig und überlässt anderen die Ehre?
    Ich mag ja bekanntlich generell keine Menschen, werde jedoch überproportional in irgendwelche Gespräche verwickelt. Davon ausgehend, sollte ich womöglich andere Lebensformen mögen, die dann aber nicht mit mir sprechen wollen. So oder ähnlich oder so ähnlich
  7. Frösche oder Kröten?
    Definitiv Kröten! …Schotter, Kies und derlei – Nein, die planschigen Viehcher liegen einfach besser in der Hand.
  8. Du schreibst an einem Blogartikel und bist Dir nicht sicher, wie sich ein Wort schreibt. Guckst Du nach, wie es korrekt geschrieben wird oder sagst Du, egal, ich will hier weiterkommen, sch*** auf die Schreibweise?
    Meist schauen ich nach. Bei manchen Worten sogar im dreistelligen Bereich. Bin ich allerdings in dominanter Laune, so zwinge ich die Rechtschreibung schlichtweg sich meinen Annahmen unterzuordnen. Also ich empfehle ihr es natürlich nur oder lege es nachdrücklich nahe.
  9. Pink, schlumpfblau oder…?
    Jokergrün oder Batmanschwarz
  10. Dein Comicheld als Kind war…?
    Iceman – kennt den noch wer? Das war einer von den X-Men und er bestand nicht nur aus Eis, sondern er konnte das auch mit einer höchst lässigen Handbewegung so vor sich herspritzen (das klingt nun irgendwie falsch…) und ist so stets auf seiner eigenen Eisbahn vor sich hin gesurft. Überaus lässig. Ebenso geliebäugelt habe ich allerdings auch mit der Fortbewegungsmethode von Spiderman.
    Oder diese Trickfilmserie, wo der Typ sich bei Berührung mit kaltem oder heißem Zeuch in ein Auto oder eben zurück verwandelt? Turbo Teen – aus unerfindlichen Gründen hat mich diese Vorstellung auch stets tief beeindruckt.
    Oder Birdman – die Serie mit dem epischsten Intro-Schrei aller Zeiten. (Aber konnte der irgendwas?)
    Oder Thundercats.
    Manchmal wollte ich auch die eine von der Gummibärenbande sein. Die mit dem grünen Kleid.
    Oder Gargamel (aber in klein und blau).
    Oder Catwoman.
    Hauptsache nicht ich. Dann doch lieber Indianer.

Stock > Papier > Buch

Stocksitz

Epischer Stock des Sitzens ...von Oppa

Das Fellmonster hat mal wieder Holz vor der Hütt’n …öhm liegenlassen. Ein Bücherstöckchen! Wie grandios ist das denn bitte, so mitten beim Aufholjagen?!

1. Orientierst du dich beim Bücherkauf an Sternebewertungen?
Ich orientiere mich bei so manchen Dingen an Sternen. Bücher gehören eindeutig nicht dazu.
Die wenigen Menschen auf die ich bei Empfehlungen zu hören gedenke, schwärmen eher von Angesicht zu Angesicht. Hier könnte ich natürlich die Sterne in den Augen zählen.
Bei den Bloggern meines Vertrauens existiert auch kein Sternesystem.
Und im Buchladen lasse ich mich von allem möglichen verführen. (Böse Buchläden!) Hoch im Kurs stehen dabei Cover. (Böse Cover!) Oder schlichtweg Lieblingsautoren. (Böse Lieblingsautoren!)

2. Hat dich eine Sternebewertung schon mal in die Irre geführt?
Nein. Einmal habe ich mich, entgegen meines B(a)uchgefühls, von einer nicht vertrauenswürdigen Person zu einem Leseexperiment breitschlagen lassen. Was dabei rumkam, kann mensch sich entweder denken oder hier nachlesen

absoluter DillSchnitt

absoluter DillSchnitt - ein Fragment des Dilliriumskatalogs

3. Wie bewertest DU?
Aus besagtem Bauch heraus und demnächst auch wieder mehr mit “DillEmmas Dillstraußsystem von Dillentantisch bis Dilliziös”.

4. Bist du beim Bewerten ein neutraler Kritiker oder bewertest du subjektiv?
Ich bemühe mich stets um objektive Subjektivität. Also im Ernst “neutrale Kritik”?! Da müsst ich ja mit irgendwelche gängigen Bewertungsmaßstäbe ansetzen oder auch nur kennen.

5. Zeige ein Buch, das du mit 2 oder weniger Sternen bewertet hast, ein mittelmäßig bewertetes Buch und ein 5 Sterne Buch!
Ein Sterne-Bücher werden von mir meist schon vor dem Lesen mit größtmöglicher Missachtung gestraft und schaffen es daher überwiegend nicht einmal auf die Bewertungsstreckbank. Als alter Masochist setze ich mich manches Mal jedoch schon im Sinne der Forschung fataler “Literatur” aus: Darunter fallen dann vorzugsweise pseudowissenschaftliche Werke, die erklären wollen wieso Frauen so und Männer eben so sind und warum das auch unabänderlich und immer so in Stein gemeißelt bleiben wird. Wir Kenner nennen diese Selbstgeißelung “Feindforschung”.
Echtes Mittelmaß bei einem Buch im generellen hingegen finde ich ziemlich schwer zu fassen: Ist etwas wirklich “mittelmäßig”, heißt das, es findet sich nichts herausragendes. Weder besondere sprachliche Merkmale, noch außergewöhnliche Wendungen in einer Erzählung oder schlichtweg Wissenswertes. Das Attribut “mittelmäßig” würde ich demnach in die Kategorie “nichtssagend” packen, womit echtes Mittelmaß ebenfalls und unbedingt in die Kategorie “grottenschlecht” gehört.
Ganz generell kann ich jedoch vielen Werken (zumindest jenen, die es schaffen, von mir auch tatsächlich erschmökert zu werden) etwas besonderes und einzigartiges abgewinnen. Manchen Werken und Autoren hingegen auch wirklich herausragendes oder gar Suchtpotenzial. Derzeit erforsche ich, der geborene Spätzünder gerade akribisch die Scheibenwelt – deren Geschichten wohl eindeutig in diese Fünf-Dillstrauß-Sparte fallen müssen.

Regenbogenliteratur

Projekt 52 BücherDie neunte Bücherwoche hat bei mir persönlich zu gewaltigem Hirnquietschen geführt:

Regenbogen

Das ist ja nicht einmal nur ein Thema. Wäre ich ausschweifend, so würde ich nach Farben sortieren und dann darin nochmal nach Symbolik, Kultur-Geschichte und spiritueller Wirkung. Zum Glück hat das Eva Heller bei “Wie Farben wirken” – dem Standardwerk im Regenbogenspektrum bereits erledigt.
Bucherwähnung abgeschlossen.
Artikel zu ende.
Nicht?
Regenbögen in Einzelteilen gülden nicht?
Nun denn, so präsentiere ich die ersten zwei halbwegs literarischen Assoziationen, die mir zum Thema durch den Kopf latschten:

Spinnboden – Das Lesbenarchiv

queen der regenbögenDer erste Gedanke bei Büchern und Regenbögen geht natürlich unweigerlich in Richtung queere, schwul-lesbische oder sonstwie abseits der Heteronormativität gefärbte Literatur. Davon habe ich ein lächerliches Regal zu Hause rumstehen. Doch unweit der heimischen Bücherbestände existiert ein uriger Dachboden, der “die größte Sammlung von Zeugnissen und Spuren lesbischer Existenz europaweit” beherbergt. Hier finden sich interkulturelle Schätze der Frauen- & Lesbenliteratur, seltene Filme (wie die Reportage von Ulrike Meinhoff zur Heimkampagne) Lesungen & Veranstaltungen. Insgesamt eines der geschichtsträchtigsten Stöberstübchen, das bei einem Besuch in Berlin durchaus mal berücksichtigt werden sollte. Kleiner Semikritikpunkt dabei: Ich bin mir nie ganz sicher, wie frei zugänglich die Räumlichkeiten und Veranstaltungen “männlichen” Wesen sind. Das hat nichts mit Ausgrenzung zu tun, sondern ist, sollte wem der Eintritt tatsächlich einmal temporär verwehrt werden, sicher eher Phänomenen wie Rückzugsräumen oder gar auch Übergriffserfahrungen geschuldet. Wie zweifelhaft nun dabei die Sache mit der Geschlechtszuweisung und pauschaler Ausgrenzung betrachtet werden könnte, möchte ich, da ich nicht einmal gesicherte Erkenntnisse über aktuelle Zutrittsbedingungen habe, lieber außen vorlassen.

Regenbogenbrücke

Den Ort und das Gedicht dazu kennt wahrscheinlich jedes Menschenkind, das bereits ein Tier vermisst. Als ich zum ersten Mal davon hörte, fand ich es furchtbar albern und kitschig und überhaupt abgrundtief blöd. Doch ich kam damals gerade mit dem grandiosen Freaky (Hund aller Hunde) sowie mit einer ebenso niederschmetternden wie plötzlichen Diagnose vom Tierarzt: “Darmkrebs – maximal eine Woche noch” wurde mir volles Karacho in die Magengegend geschleudert. So saß ich kurz darauf aufgelöst in der Küche meiner besten Freundin, die mir auf unergründlichen Wegen zwei Flaschen Jägermeis*e* eingeflößt hatte (ich hasse Jägerm*ist*). Zudem bin ich kein besonders besonnener Trauertyp. Ich find das Gedicht im übrigen auch heute noch furchtbar albern und kitschig und überhaupt abgrundtief blöd. Ich werde es hier auch nicht reinstellen. Zum einen kennt das ja eh jede_r. Zum anderen fliegen mir bei jedem Lesen auf mysteriöse Weise etwa sieben Kilo Sand in die Augen inklusive der rein körperlichen Abwehrreaktion des Ausschwemmens jenes feinkörnigen Gerölls …und da ich ja nie heule und auch nicht in die Nähe eines solchen Verdachts geraten möchte, lassen wir das mal…

Erotisches Leseerlebnis

Projekt 52 BücherDie Masse skandiert: “Aufholjagd! Aufholjagd!” – So fügen wir uns der euphorischen Menge und zerren das nächste Thema aus dem bis zum Bersten angeschwollenen Topf unbearbeiteter 52 Bücher-Beiträge:

Ein Buch, wodurch du etwas gelernt hast.

Mein aus Büchern erworbenes Wissen beschränkt sich nicht lediglich auf Kenntnisse um das Fähnlein Fieselschweif. Das mag den einen oder anderen nun sicherlich in Erstaunen versetzen, ja, womöglich gar ganze Realitäten erschüttern, doch ich bin ein leidenschaftlicher Leser von Sachbüchern. Um die soll es im Folgenden aber überhaupt nicht gehen. Auch nicht um die vulgärste Trivialliteratur, welcher ich, so sie mir denn in die Hände fällt, ebenfalls Wissenswertes zum Bereichern meiner persönliche Schatzkammer entsaugen kann. Nein! Das grandiose Spektakel, bei welchem ich kürzlich etwas gelernt habe, ist nicht nur ein Buch, es sind sogar gleich mehrere. Hinzu kommt formidabler Weise, dass die Literatur an sich dabei ausnahmsweise sogar mal (zumindest teilweise) in den Hintergrund tritt.
Womöglich kennt es der, die, das ein_e oder andere auch schon. Ich jedenfalls stieß erst kürzlich darauf und war fasziniert, begeistert und sowieso. Es handelt sich um ein Projekt namens Hysterical Literature, was sich gewissermaßen mit der Abspaltung zwischen Körper und Geist beschäftigt.
Nachdem ich mich nun gefragt habe, ob ich die Sessions einfach für sich sprechen und potentielle Voyeure schlicht unvorbereitet hineinstolpern lassen sollte, kam ich zu dem Entschluss: Ich mache beides! Wer sich also von diesem, in so vieler Hinsicht wundervollem bis verstörenden Projekt überraschen lassen mag, klickt entweder einfach auf die Seite selbst oder direkt zu der von mir als herausragendst empfundenen Session:

Wer allerdings jetzt weiterliest, ohne geschaut zu haben, wird nun gespoilert:

Für das Kunstprojekt Hysterical Literature bat Clayton Cubitt einige Frauen, eine Passage aus ihrem Lieblingsbuch vorzulesen. Unter dem Tisch verbirgt sich dabei der “Geheimnisvolle Fremde” ausgestattet mit vibririerender Gerätschaft sowie dem Ansinnen dem Körper der Lesenden Zerstreuung zu verschaffen und ihren konzentrierten Geist auf Abwege zu locken. Vor dem Tisch muss auch mindestens ein Kameramensch (womöglich Cubitt selbst?) herumspringen, was der insgesamt schon abstrusen Situation noch eine weitere potenziell hemmende Komponente hinzufügen könnte. Die Leserinnen können dabei jederzeit die Sitzung unterbrechen, indem sie ihren Namen und den Titel des vorgelesenen Buches abschließend verkünden.
Das Projekt wird als eine Art feministische Installation angekündigt, welche die Dualität zwischen Körper und Geist erforschen und sichtbar machen soll. Klingt trockener als es ist. Ich persönlich empfinde den “Kampf” der Probandinnen um volle Konzentration aufs Buch, Seriosität, Körperkontrolle und das ziemlich häufige Unterliegen in diesem Zwiespalt, das sukzessive Loslassen und anschließende (teilweise bereits begleitende) Reflektieren dessen, was frau da eigentlich gerade macht, als extrem spannend, witzig oder gar absurd erotisch. Da bekommt doch die Vorstellung abends noch gemeinsam ein Buch zu lesen plötzlich eine völlig neue spannende Bedeutungskomponente. Grandios sind dabei auch die Veränderung in den Gesichtern. In mehreren der Sessions hatte ich den Eindruck, dass zu Beginn und zu Ende der jeweiligen Sitzung zwei völlig andere Frauen dasitzen, beziehungsweise ein und dieselbe, welche gerade (fast ausschließlich in Gesicht und Stimme) so viel intimes ihrer eigenen Persönlichkeit preisgegeben hat, dass der eigentliche Mensch für den Betrachter in gewisser Weise sichtbarer geworden ist. Das häufige Lachen am Ende dieser Sessions, finde ich übrigens auch wahnsinnig faszinierend. Ist es Befreiung? Scham, nachdem der Geist den Körper wieder zurückdrängt?Ein allgemeines unterschiedlichster Gefühle, die das ganze (ja nicht unbedingt alltägliche) Brimborium so in den Probandinnen ausgelöst hat?

Verschlossen

oder

“Du kommst hier nit rein!”

Ich bin ja ein Kind meiner Zeit: Also ständig mit dem Ohr am Puls des TickTacks – stets top auf dem Datum und immer bestens über die neusten Trends informiert …jedenfalls unter Berücksichtigung des Einsteinschen Merksatzes “alles ist relativ”. Und im Sinne meines Bildungsauftrags daher auch des Öfteren auf diesen Kickstarter-Plattformen unterwegs. Auf einer dieser Seiten fand ich dann kürzlich eine Idee, über deren Sinn und Unsinn ich nun seit geraumer Zeit grüble:
Die Anti-Rape Wear – so eine Art Keuschheitsgürtel, der gegen Vergewaltigung schützen soll.


gefunden auf indiegogo

In welchen Situationen soll frau denn bitte mit dem Ding rumlaufen? Immer? Nachts im Park? Auf Parties?
Verführt das Höschen womöglich nicht gar zu einem falschen Sicherheitsempfinden? (Marodierende Frauengangs stiften Terror bei nächtlichen Treffen auf Friedhöfen und in bisher als für Frauen unsicher geltenden Reiseländern).
Zeichnet sich eine Vergewaltigung einzig und allein durch Penetration aus?
Könnte es nicht gar zu ernsthaften Verletzungen führen, wenn ein_e Angreifer_in gar versucht, die Barriere gewaltsam und womöglich unter Einsatz von Schneidwerkzeug zu überwinden?
Ist es der eigenen Gesundheit tatsächlich zuträglich, wenn Madame angesichts eines wutentbrannten Angreifers mit der Kombination nicht freiwillig rausrückt?
Wird die Pille danach irgendwann nur noch ausgegeben, wenn frau nachweislich mit dem AR-Slip unterwegs war?
Erübrigen sich jenes Verhütungsmittel sowie Gerichtsprozesse dann nicht sogar, da Frauen, welche leichtsinnig und fahrlässig auf die korrekten Vorsichtsmaßnahmen verzichtet haben, wieder genauso viel Schuld an solchen Vorfällen tragen dürfen, wie vor gefühlten fünf Minuten noch die aufreizend gekleideten Minirockträger_innen?
Sehe ich das alles gar zu schwarz und sollte mich doch eigentlich freuen?

Selbstschutz ist ja die eine Seite der Medaille, gerechter fände ich es persönlich, wenn nicht die potenziellen Opfer alle erdenklichen Vorkehrungen treffen müssten, sondern potenzielle Täter, die wir natürlich ganz pauschal einzig übers Hebammengeschlecht bestimmen, in Sippenhaft genommen werden und welche dann bei Bedarf freigeschlossen werden können. Das Ganze sähe dann etwa so aus:
Keuschheitsgürtel für den Mannerwerbbar bei A.L.Enterprises – gefunden auf Otto.de SchleckySilberstein

Nächstes Halloween

Oh, was habe ich die Kinder vor einigen Tagen wieder beneidet. Nicht jenen blutüberströmten Dreikäsehoch, welcher “Süßes oder Saures” röchelnd die Kaufhalle stürmte und von der bulligen Kassiererin mit “SAURES! …bei mir jibt’s nur Saures!” niedergebrüllt wurde. Die Schockstarre des Kleinen löste sich unter dem großen Gelächter der Warteschlange zunächst ein wenig und er wagte – dummerweise – einen zweiten vorsichtigen Vorstoß: “Dann nehme ich das Saure?”, piepste es bittend neben jenem Waren-übers-Laufband-ziehenden Walroß, was sich prompt umdrehte, bereits angeheizt durch den Jubel der Einkaufenden: “Dann kannste hier die Fenster putzen! Mitta Zahnbürste! Zur besten Sendezeit!” Diese absurde Situation ließ nun auch die letzten Kunden in hilflose Lachen ausbrechen. Offensichtlich lag hier ein Missverständnis vor. Die Kassiererin war bereit ihren Laden vor einer Attacke mit faulen Eiern unter Einsatz sämtlicher Mittel zu schützen. Wenn nötig würde sie sich gar über jedes Minimonster höchstpersönlich wälzen. Der Miniaturzombie jedoch, wusste womöglich nicht einmal um jenen Brauch oder die Bedeutung des sogenannten “Sauren”. Verstört und sicherlich auch ein wenig verängstigt, ob der immer noch bebenden Massen jener Kassenfrau zog er ab.
Ich beeilte mich mit dem Bezahlen, hechtete dem traurigen Dreikäsehoch auf die Straße nach und rief ein schroffes “Ey Kleiner” hinterher. Ich dachte, wenn ich nun im selben Tonfall wie die Kassiererin bleibe, den Ton aber mit entgegengesetztem Verhalten anreichere, dann könnte ich der negativen Konditionierung und einem frühkindlichen Trauma noch entgegenwirken. Organisiert wie ich nun einmal bin, hatte ich in dem Laden eh nichts anderes zu suchen gehabt, als auf den letzten Drücker noch einige Süßigkeiten für die erwarteten Horden abgebrochener Hexen, Monstren & Ungetüme vor der Haustür einzusacken. Ich überreichte ihm also einen Teil meiner Beute und wünschte mir nebenbei inständig auch nochmal auf der Suche nach tonnenweise Schokolade um die Häuser ziehen zu dürfen. Ich wüsste dabei wenigstens um die Brauchtümer mit Eiern und Klopapier. Die kannte ich im Gegensatz zu diesem Exemplar eines Kindes bereits früh. Ich glaube mich zu entsinnen, dass dieses Wissen “Donald Duck”-Comics entstammte. Aus dieser Quelle hatte ich auch meine Kenntnisse über die Existenz von Pfadfinder-Vereinen, nach denen ich damals eine ebenso große Sehnsucht hatte, wie nach Halloween. Pfadfinder, tat mein Vater damals jedoch leider als paramilitärische Organisationen ab und weigerte sich, mich an so etwas teilhaben zu lassen. Ein Meilenstein, denn mein Vater hatte es nicht so mit dem Nein-Sagen. Das kam im Laufe unserer langen Bekanntschaft eigentlich nur noch einmal vor. Undzwar als ich mit fünf oder sechs Jahren unbedingt getauft werden wollte, verweigerte er sich ebenso, schwafelte für die Vergangenheits-DillEmma unverständliches Zeug von wegen Religion selbst aussuchen, wenn du alt und reif genug dazu bist. Damals fühlte ich mich uralt und überreif, verfluchte meine weltoffenen Eltern, weil ich doch nun in die Hölle käme, sollte ich vor Ablauf der Reifung zu Tode kommen. Sonst war eigentlich immer meine Mutter zuständig für das Setzen von Grenzen.

Und Halloween? – Das gab es halt einfach nicht. Hier verlief die Grenze schlicht als klaffende Realitätslücke zwischen meinen Comics und der Hellersdorfer Neubausiedlung. Wenn wir damals etwas haben oder an aufdringlich Türen klingeln wollten, dann gingen wir Papier und Flaschen sammeln. Statt “Süßes oder Saures” postierten wir uns vor den Türen und riefen artig im Chor “Guten Tag, haben sie Wertstoffe?”. Wahlweise pflückten wir auch Blumen und verkauften diese wie kleine schmierige, verblattlauste Haustürvertreter.

Ja, so war das damals. Geschichten aus dem alten Berlin. Halloween lief damals insgesamt ein wenig anders:

So aber was ich eigentlich sagen wollte: Nächstes Halloween bin ich dabei! Dazu brauche ich nicht einmal ein Alibi-Kind. Ich gehe einfach Leckerlies sammeln, mit dem Ersatzgör der kinderarmen Leute:

Dogtail

Ein Dogtail - Der erste (selbst)rührende Martini - gefunden auf webfail.at

Dieses umwerfende Ensemble könnte ich mir auch unter einer leichten Abwandlung mit einem Limettenscheibchen vorstellen. Ich weiß zwar nicht, ob die Form des Glases dann noch als standesgemäß durchgeht, doch könnte ich mir vorstellen, dass ein gewisses Monster daran seine helle Freude finden könnte. Zumal es eigentlich mit einer stabilen Abneigung gegen jedwede Kostümierung gesegnet ist.

Gedächtnis an Krücken

Projekt 52 BücherEine kurze Verschnaufpause haben wir uns nochmal gegönnt. Immerhin befinden wir uns ja nach langer Muskelerschlaffung erst im Aufbautraining. Da hat die erste Hürde den Oberschenkel noch ganz schön zum “Mimimimimi”-Singen gebracht. So salben und ölen wir kurz unsere Wunden, lecken einmal kurz hinüber und donnern schon volles Karacho auf die nächste Hürde zu (Notiz an mich: Lern aus deinen Fehlern: Drüberspringen scheint schmerzloser als umrennen …Eleganz ist auch nicht gerade deine Sache, wa?)
Lesezeichen
Das ist doch ein schönes und so vielfältiges Motto. Continue reading Gedächtnis an Krücken

Kinderkram

Projekt 52 BücherDas Thema der 11. Woche gab es schon einmal so ähnlich oder sogar zweimal in der letzten Runde. Doch weil es so schön ist kommt es diesmal sogar im Dreierpack daher:

liebstes Kinderbuch

Vom Katzenpersonal

Ein Buch, das man als Kind geliebt hat

Von Tessas Bücherwelt Idee:
Und last but not least hat der gute Dunkelschlumpf mit

Welche_r Autor_in hat Dich in Deiner Kindheit am meisten beeindruckt, sprich: Welche Bücher hast Du damals unter der Bettdecke verschlungen?

auch noch einmal auf seine juvenile Seite gepocht.

Im Projektlauf Nummer eins beantwortete ich die Frage nach den literarischen Kindheitsprägungen bereits relativ ausführlich mit Alexander Wolkows Reihe vom Zauberer der Smaragdenstadt und den “Meine Schwester Klara”-Büchern.

Als Dauergast in der Bibliothek fällt es aber nicht sonderlich schwer noch einige Werke an Licht zu zerren, die einst meine Kindheitswelt erschütterten.

Der kugelrunde Robert von Susanna Tamaro

Roberto ist dick. Roberto ist einsam. Robertos Eltern sind getrennt und mit sich selbst beschäftigt. Robertos einziger Freund heißt Kühli.
Nach einer seiner berühmten Fressattacken wird Roberto von seiner figurbewussten Mutter in ein Abmagerungscamp verfrachtet. Zwei Wochen hält er das Martyrium durch, bis er endlich die Flucht in den angrenzenden Wald schafft, wo für ihn ein verträumtes Abenteuer beginnt.
Die Geschichte ist klasse. Durch den minimalen Wiedererkennungswert, in puncto “Frustfraß” und Probleme in sich hineinfressen”, gelang mir die Identifikation mit Roberto damals spielend.
Das Werk ist insgesamt ein richtig “typisches Tamaro-Buch”:
Viel Zauber und Träumerei und der Wink mit dem Scheunentor für Annerkennung. Annerkennung nicht nur in Richtung Selbstakzeptanz vermeintlich aus irgendwelchen Normen fallender Kinder und größerer Kinder (so ab 30 Jahre). Auch alte Werte wie Toleranz und das längst verschütt geglaubte genauere Nachschauen hinter optische Fassaden wird hier ganz sympathisch unaufgeregt angeregt.
Dies Büchlein war sicherlich Grundstein, auch in älteren Jahren ab und an nach den Werken für “Erwachsene” von Susanna Tamaro zu greifen. Roberto sei Dank!

Deutschstunde

Projekt 52 BücherNach langer, langer Zeit melden wir uns zurück zu den 52 Büchern. Wir holen tief Luft und starten in etwa den drölfzigsten Anlauf zur angekündigten “spektakulären Aufholjagd” – einer Art Hürdenlauf. Die erste Hürde überspringen wir noch mit reichlich Atem in den verteerten Lungen. Wie bei jeder größeren Sportveranstaltung wimmelt es dabei natürlich von Geldgebern, welche mit ihren Werbeslogans die einzelnen Hürden verzieren. Der erste Schriftzug rauscht in einem enormen Tempo von mindestens doppelter Schneckengeschwindigkeit an uns vorüber. Gerade noch können wir ihn entziffern:

Deutsche Krimis

Meine fast schon traditionsgeladene Geschichte der persönlichen Lektüre von Kriminalromanen wächst und gedeiht zu einem wahren Epos:
Erst kürzlich (genau genommen gestern) gesellte sich ein neuer Krimi zur munteren Meute aus vormals einem ganzen gelesenen Exemplar dieses Genres ( wir berichteten). Damit habe ich mal eben den Gesamtbestand verdoppelt! Im Vorbeigehen quasi. Continue reading Deutschstunde

Kurz angebunden

Heute trainieren wir gleich vielerlei mehr oder weniger ausgeprägte Charaktereigenschaften. Das Fellmonster wirft uns mit Hölzern zurück in wichtige Phasen des frühkindlichen Spracherwerbs und haut uns im zackigen Militärton Einwortsätze um die Ohren:
Quest: Ein Stöckchen, bei welchem wir mit nur einem Wort antworten dürfen. Na, wenn das für ausschweifende Wesen wie uns keine Herausforderung ist.
Questbelohnung: Zurückhaltung + 500, Selbstdisziplin & Beherrschung + 750, Magisches Siegel des Ausdruckstanzes, 20 Gold und natürlich Ansehen …jede Menge Ansehen ….haufenweise – na ihr wisst schon!
Gildenmeister: “Möchtest du die Herausforderung annehmen?”
Gott/Held/Ich: “Aber natürlementos!”

Lasset die Spiele beginnen

Lasset die Spiele beginnen

1. Wo ist dein Handy? Ahnungslosigkeit

2. Dein Partner? Stiefzwilling

3. Deine Haare? Asymmetrisch

4. Deine Mama? Ambivalent

5. Dein Papa? Gummibär

6. Dein Lieblingsgegenstand? Messer

7. Dein Traum von letzter Nacht? Stressig

8. Dein Lieblingsgetränk? Wasser

9. Dein Traumauto? Göttin

10. Der Raum in dem Du dich befindest? Büro

11. Dein Ex? Psycho

12. Deine Angst? Verlust

13. Was möchtest Du in 10 Jahren sein? Relevant

14. Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend? Arschnasenbande

15. Was bist Du nicht? Mutter

16. Das letzte was Du getan hast? Geraucht

17. Was trägst Du? Kuscheldecke

18. Dein Lieblingsbuch? Einige

19. Das letzte was Du gegessen hast? Quark

20. Dein Leben? Verschwurbelt

21. Deine Stimmung? Schwankend

22. Deine Freunde? Handverlesen

23. Woran denkst Du gerade? Arbeitsmüll

24. Was machst Du gerade? Zittern

25. Dein Sommer? Korripiert

26. Was läuft in Deinem TV? Nix

27. Wann hast Du das letzte Mal gelacht? Jüngst

28. Das letzte Mal geweint? Gefühlstot

29. Schule? Trauma

30. Was hörst Du gerade? Gronkh

31. Liebste Wochenendbeschäftigung? Putzen

32. Traumjob? Bulle

33. Dein Computer? Grün

34. Außerhalb Deines Fensters? Spree

35. Bier? Nö.

36. Mexikanisches Essen? J-Lo-Po

37. Winter? Nyktophobie

38. Religion? Opium!

39. Urlaub? Fronkreisch!

40. Auf Deinem Bett? Örliwörli

41. Liebe? Insiderwitze

mission complete

Wenn ich

…nicht innerhalb der nächsten drei Tage ein NPD-Kondom in meinem Briefkasten finde, dann bin ich zutiefst beleidigt und werde Kindergeld-Kürzer_in.

Gefunden bei diesem suspekten Twitter-Grünen, dem ich versehentlich nachschleiche. Kann jeder, mit Klick aufs Bild

Immer diese Kinderschiene bei denen. Das ist nicht nur ekelhaft – irgendwie beängstigt mich das Ganze auch aus tiefenpsychologischer Sicht… Ob Kinderschänder-Propaganda, Kindergarten-Infiltrierung, die Organisation dubioser Kinderfeste und nun das eigentlich banale Kinder-Kriegen (was heißt “nun” die unschönen Anklänge an vergangene Zwangssterilisationen sind mir persönlich einfach zu offensichtlich), die lieben Kleinen scheinen nirgendwo vor denen sicher zu sein. Kinderlieb sein ist die eine Sache, aber diese extreme Fokussierung darauf, mutet irgendwie zwischen Kindskopp (zu harmlos) und pädophil (zu demagogisch) an…

Liebesknochen

Klohaus mit Herz

Dies anheimelnde Plumpsklo fand ich auf der lustig klingenden Seite oberoeberst.de

Wie bereits hier erklärt, bin ich vor kurzem unter die virtuellen Holzhacker gegangen. Ich zerteilte den Mörderstock der Comtesse Caipi und schnitze nun aus dem zweiten Stück so ein hölzernes Herzgebilde, welches sich prima in diese Toilettenhäuschen, wie sie früher in allerlei Gärten und Hinterhöfen zu finden waren, fügen ließe. So lasset nun die Liebesspiele beginnen – ganz kompromisslos diesmal:

8. Welcher ist dein Lieblingsfilm?
Gleich zum Auftakt eine halsbrecherische Frage, welche im Normalfall zu dutzenden von Gegenfragen führen würde. Doch ich übe mich ja in der Entscheidungsfindung, in strikter Geradlinigkeit ohne jedwede Kompromisse. Daher kontere ich nun nicht mit Stimmungsschwankungen, Lebensphasen oder sonstigen Schwammigkeiten. Frei heraus sage ich: “La Haine”

Diese Antwort stammt vom 17. August als ich diesen Artikel zu schreiben begann. Heute, nach drei Wochen ohne häuslichen Internetzugang hingegen, würde ich spontan zu “Clockwork Orange” tendieren. Soviel zu den Tagesabhängigkeiten…

9. …und wer ist dein Lieblingsschauspieler?
Nun gut als erstes schoss mir eine alte Freundin durch den Kopf, die mittlerweile ab und an in diversen Tatörtern und anderen deutschen Produktionen und Kinofilmen zu sehen ist. Im Gegensatz zu meinem persönlichen Leben, wo sie sich bis vor einem Monat mit Live-Auftritten fünf Jahre lang eher sparsam zurückhielt. Daher war es in dieser Zeit besonders spannend für mich, in den angenommenen Rollen nach einem Hauch ihrer echten Persönlichkeit und eventuellen Veränderungen zu stöbern oder vielmehr zu mutmaßen. Vor wenigen Wochen folgte dann endlich mal die Aufklärung. Eine besonders positive obendrein, denn so manches Mal versuchte ich schon totgeglaubte Freundschaften wiederzubeleben und stellte fest, dass manche Graböffnung einen (mich) eher erschaudern lässt. Nicht so in diesem Fall (das musste mal gesagt werden).
Ansonsten Axel Prahl und Caroline Peters find’ ich beide recht überzeugend wie auch bezaubernd wandelbar.

11. Welcher ist dein Fußballverein und warum?
Meine ausschweifende Entscheidungsfreudigkeit in diesem Thema lässt sich bereits hier bewundern. Noch bunter in jener Fragestellung treibt es, meines Wissens nach lediglich der Wochenendrebell. Hier opfert ein Vater auf der Suche nach dem richtigen Verein fast seine komplette Freizeit dem Besuchen der unterschiedlichen Fußballklubs und widmet dieser Suche auch ein überaus amüsantes Blog.
Ansonsten versuchte sich vor kurzem Düsseldorf mit einer rührigen Fan-Performance in mein (nagut nicht nur meins) Unterbewusstsein zu kratzen:

Besonders bemerkenswert: Die maskierten Sprayer haben tatsächlich eine Anzeige wegen “Verstoß gegen das Vermummungsverbot” bekommen. Die guten Ordnungshüter und ihr gestörtes Verhältnis zur Kunst…

16. Dein Lieblingskuchen?
Alles ohne Sahne oder Pudding – Quark geht allerdings in Ordnung. Möglichst solche mit Streusseln & Frucht, jedoch ohne so Gelee-Zeuch. Nunja Schokolade in jeglicher Form funktioniert eigentlich auch meist. Adresse findet ihr ja dann gezwungenermaßen im Impressum. Muss auch nicht mehr unbedingt warm sein. :D

17. Magst du Lakritze?
Ja, aber nicht die ganz starke und auch nicht im Kuchen. Kürzlich probierte ich ein Lakritzeis und konstatiere: Bis dahin geh’ ich mit.

26. Wie viele Blogs liest du regelmäßig?
Ab wann ist ein Blog ein Blog? Bis wann ist ein Blog noch ein Blog? Solch philosophische Spitzfindigkeiten lasse ich natürlich außen vor. Ich schnupper in etwa zwanzig bis dreißig dieser Online-Zettelkästen stetig hinein. Wirklich richtig regelmäßig (also in dem Sinne, dass ich tatsächlich jeden Beitrag aufsauge) lese ich allerdings wenige Blogs. Streng genommen also unter den Gesichtspunkten “Kontinuität & Leidenschaft” verfolge ich wohl genau zwei. Wobei der eine dieser Blogs in etwa die Hundertdrölfzigste Fortsetzung immer wieder abgebrochener Blogprojekte darstellt. Muss ich zugeben welche? Nicht dass sich einer meiner Nicht-Leser benachteiligt fühlt.

27. Was für Hobbys hast du neben dem Lesen?
Handwerker, Detektiv & Schriftsteller spielen. Laut “singend” die Wohnung putzen, anschließend die eigene Putzaktion durch exzessive Koch- & Backakte sowie dem Hereintragen von Schmutz und allerlei Unrat aus anliegenden Wald- & Wiesenbeständen unterminieren. Service-Hotlines anrufen und Wutanfälle vortäuschen, um hinterher ein schlechtes Gewissen zu haben und sich wohlig im Selbstmitleid über die eigenen menschlichen Abgründe sühlen. Bahn fahren und Gespräche belauschen oder auf öffentlichen Plätzen rumsitzen, Leute beobachten und sich Geschichten zu den unbekannten Darstellern ausdenken. Abwechselnde Sport- & Fressexzesse.

28. Wenn du dir einen Tag aus deiner Vergangenheit aussuchen könntest, zu dem du zurückreisen könntest, welcher wäre es, und warum?
Der 30.12.2000 – mir ist da ein großer Fehler unterlaufen. Andererseits wäre ich ohne die daraufhin in Gang gesetzte fatale Kettenreaktion wohl niemals gewissen Lieblingsmenschen begegnet.

29. Team Katniss-Peeta oder Katniss-Gale? / Team Bella-Edward oder Bella-Jacob?
KEKSE!

…und was würde die Sache mit dem Liebesknochen (neudeutsch: “Éclair”) eigentlich perfekt abrunden? Richtig! Ein Blog, in welchem der (berechtigte) Hass auf alles und jeden stilisiert & kultiviert wird. Ein richtig schönes, misanthropisches Hassblog, das mein eisiges Herz zum Schmelzen bringt und daher nicht nur eine Menge Scheißherzchen (jene: ♥) Wert ist, sondern sogar nach bekackten Schnörkelherzchen schreit: ღ ღღღ ღღღღღ ღ ღღღღღ ღღღ ღ

Walkrampf

steak kantine grüneDie Bundestagswahl dieses Jahr rückt näher und näher. Bedrohlich blicken die Spitzenkandidat_innen bereits allerorten von den Laternenpfählen. Die Stadt ist gepflastert mit schlechten Sprüchen, ähnlich dem Gästebuch prä- oder postpubertierender,geschmacksverirrter Zitatedrescher_innen. Nur mit weniger Glitzer. Schade eigentlich. So ein in der Morgensonne funkelndes FDP-Plakate, welches Radfahrer_innen blendet und die Diskostimmung der letzten Nacht aufleben lässt. Irgendwie hätte das doch was.

Deutschland-Weitblick-MerkelVielerorts werden dieser Tage die sinnentleerten bzw. nichtvorhandenen Aussagen auf den Wahlplakaten der großen Parteien kritisiert. Die Titanic entwarf anlässlich dieses Phänomens sogar ein wunderbares Spielzeug, mit dem sich flugs das ideale CDU-Plakat selber machen lässt: Der CDU-Plakat-Generator. Unbedingt rumspielen!
Allwährlicher Beliebtheit erfreuen sich ja auch die Parodien der NPD-Plakate. Ich gebe zu, oftmals sind hier Original und Fälschung nur schwer auseinander zu halten. Ein kleiner Indikator zur besseren Identifizierung: Was Ihnen da bei einem Plagiat im Halse stecken bleibt, ist das Lachen. Beim Original handelt es sich überwiegend eher um Ihren Mageninhalt.
npd plakate persiflage

Karin mag Rainer

Karin und Rainer sitzen auf'm Baum, Rainer zupft Karin zärtlich am Saum. Karin trägt Dirndl und füllt es auch aus. Rainer findet Karin ist ein Augenschmaus.

Schön ist auch jene Sitte, welche offenbar ohne Umwege von Marketingstrateg_innen außerhalb der Wahlbranche übernommen wurde. Schamlos werden hier die Gepflogenheiten großer Automobilkonzerne und ihrer Art zu werben übernommen. In sprechenden Plakaten werben Kandidaten von CDU und FDP schon vorab für die gewünschten Koalitionspartner (Das Bild fand sich übrigens im Fakeblog).
Nebenbei finden auch ungewollte, nonverbale Gespräche zwischen den jeweiligen öffentlichen Personen statt. Bei mir um die Ecke hängt beispielsweise ein strahlend lächelndes CDU-Männchen über einem unsicher dreinschauenden SPD-Kandidaten. So etwas möchte die von Wahlplakaten beeinflussbare Wählerschaft doch unbedingt sehen. In Scharen versammeln sie sich um jene Laternen und fragen die hinabblickenden Orakel, wie sie es mit der Eurokrise und insbesondere mit der finanziellen Zukunft des Laternenmastwählenden so halten. Dabei mischt sich unter die Mimik des Strahlemanns scheinbar eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, welche vermeintliche Zukunftssicherheit nicht nur unterschwellig zu suggerieren scheint. Die Unsicherheit des Konkurrenten unterdes sinkt mitsamt seiner Mundwinkel auf die umstehenden Passant_innen hinab. Gelungen.

Batman in die Politik

Politik braucht endlich wieder den einen starken Mann!

Doch ernsthaft: Lässt sich in Zeiten des Internets und dem übermäßigen Fernsehkonsum überhaupt noch irgendwer von Wahlplakaten beeinflussen? Handelt es sich bei diesem überholten Medium nicht um eine Papier- & Holzverschwendung sondergleichen? Wieso machen die Grünen dann eigentlich bei diesem Frevel mit? Wenn schon des Atomausstiegs als grundsätzlichem Themas beraubt, so könnte gerade auf dieser Schiene doch wenigstens noch etwas Glaubwürdigkeit für die ursprünglichen Wurzeln gewahrt werden. Sollte sich das durchsetzen, hätte das ganze ja auch den schnuckeligen nebeneffekt, dass ganze Straßenzüge von solch unerträglichen Leinwänden mit NPD-Rotzereien oder AFD-Dümmlichkeiten befreit wären. Oder würden bei solchem Gebahren die kleinen Parteien den kürzeren ziehen und das desinteressierte Stimmvieh eh im stetig wiederkehrenden Rhythmus das Kreuz auch nur wieder dort setzen, wo es eben schon seit Jahren hingehört?

Wahlwerbung ohne Sinn und Widerrede

Würden bei ausbleibender Dekoration womöglich einige Menschen überhaupt nicht mitbekommen, dass “schon wieder” Wahlen sind? Doch à propos du AFD, ein kleines aber feines Blog hat dieser Tage dann noch mein amüsiertes Interesse auf sich gezogen: AFD Wähler stellen sich vor- sollte allerdings auch nicht unbedingt direkt im Anschluss an eine Mahlzeit oder gar während des Essens zu sich genommen werden – es sei denn ihr habt euren Bildschirm nicht mehr lieb…


Güldene Haufis

Da brüten manche (mich eingeschlossen) Ewigkeiten über ausgefuchsten Strategien aus Scheiße Gold zu machen, kommen jedoch nicht auf die naheliegendste aller Lösungen: Scheiße verhökern!

scheiße schenken

Anonyme Geschenke mit animalischem Bouquet für den herzallerliebsten Lieblingsfeind

Da ich nun schon seit über einer Woche internetlos in den eigenen vier Wänden vor mich hinvegetiere, ziehe ich es in Betracht, ein solch überragendes Präsent an meinen zuständigen Telefonanbieter zu versenden. Möglicherweise bekomme ich es ja sogar zustande, die nicht erbrachte Leistung zurückerstattet zu bekommen und mit dem gesparten Geld postwendend ein solches Päckchen zu erstehen.

Reizvoll wären natürlich auch individuell gestaltbare Verpackungen. Ein bestechendes Wahlgeschenk an die liebe NPD dieser Tage, mit der naheliegenden Aufschrift “Scheiße war schon immer braun” würde mir beispielsweise vorschweben. Oder unterschiedlichste Spielarten hinsichtlich von Konsistenz, Houtgoût & Skatol. Der Film “Die 120 Tage von Sodom” würde da sicherlich einige reizvolle Inspirationen bieten. Freud, was meinst du? Woll’n wir mal schauen, ob dieses junge Start-Up voller Elan & Esprit nicht noch fantasievolle Mitstreiter_innen sucht?

Pädagogisch wertvolle Literatur

Projekt 52 BücherEin kontroverses Thema, was Mella da in der 22 Woche des Projekts “52 Bücher” in den Ring wirft:

Bücherregal für Jugendliche einrichten (welche Bücher gehören gut versteckt ;-) )

Da bin ich schlichtweg überfragt. Von welchen Jugendlichen sprechen wir in diesem Zusammenhang? Handelt es sich um das gemeine Fußvolk, welches förmlich ununterbrochen zugedröhnt, marodierend durch Fußgängerzonen zieht, dabei Sätze nach dem Schema “(Deine Mudda) Prädikat Objekt/Schimpfwort, Alda/Digga” skandiert? Oder handelt es sich um meinen eigenen adoleszenten Nachwuchs, welcher selbstverfreilicht völlig makellos vor sich hin existiert, existenzielle Probleme der Menschheit im Vorbeigehen löst und eh von keinerlei noch so problematischer Literatur beeinflussbar erscheint? Bei ersteren empfehle ich Werke wie Knigge, Wörterbuch & irgendwas mit sexueller oder geschichtlicher Aufklärung als Wurfgeschosse zu benutzen. Natürlich nur zur Selbstverteidigung.
Letzterer braucht natürlich weder Warnungen noch Ermutigungen. Souverän meistert jener Abkömmling den stürmischen Seegang auf den Weltmeeren der Literatur. Selbstständig werden die scharfen Klippen umschifft, Schiffbrüchige gerettet und literarische Schätze aus den Tiefen der dunklen See geborgen. Das alles selbstredend ohne dass die pädagogische Peitsche geschwungen werden muss oder überhaupt je zum Einsatz kam. Alles Veranlagung – mein persönliches Kaspar-Hauser-Projekt widerlegt jegliche Sozialisations-Theorien. Irgendwann. Oder auch nicht.

Fakt ist: Ich habe keinerlei Ahnung, welche Literatur einen heranwachsenden Menschen in die richtige Richtung beeinflusst und welche eben nicht. Ich wette allerdings: Ihr wisst es auch nicht. Saugt sich nicht jede_r ganz individuell irgendwelche Erfahrungen aus dem heuraus, was er sie es so liest, erlebt, hört und sieht? Ich würde in der Hinsicht lediglich von jeglicher Pauschalisierung abraten. So kann ein Buch, welches ursprünglich lediglich trockener Erfahrungsbericht ist oder dazu gedacht die nachfolgende Menschheit von folgenschweren politischen bzw. persönlichen Fehlern abzuschrecken, in der Blackbox “jugendlicher Rezipient”, welche sich synapsentechnisch ja in einer umfassenden Phase des Wandels befindet, genau an die falschen grauen Zellen andocken. Zumindest ist dies eine der einzigen unzureichenden Erklärungen für mich, weshalb auch vor jener Phase jugendlicher Rebbelion halbwegs vernünftige Menschen, plötzlich debil lächelnd einem widerwärtigen Nazi-Songschreiber lauschen, während dieser etwas von “aus der Judenhaut, wird ein Lampenschirm gebaut” trällert. Im Normalzustand, ganz ohne Hormonvernebelung, treiben einem solche Zeilen ja höchstens Tränen, Erbrochenes & Zornesröte in die Region oberhalb des Halses. Selbst bei den meisten pubertär Verstörten wird eine oder mehrere dieser Handlungsoptionen wohl als Standard präferiert werden, doch irgendwas muss ja bei einigen schief laufen, sich gar irreparabel festsetzen und im Laufe der Zeit nicht mehr gerade zu rücken sein. Denn wo bitteschön sollten sonst so viele Idioten rekrutiert werden, wie ich sie tagtäglich auf der Straße sehe? Ich möchte bei diesen Erläuterungen natürlich nicht nur an den äußersten Rändern unserer Gesellschaft kratzen. Ich mag sogar eine Menge Menschen nicht leiden – nicht nur Nazis oder FDP-Wähler. Auch Menschen, die den Blinker nicht benutzen und harmlose Fahrradfahrer umsensen. Auch Leuten, die Schokolade nicht mögen, stehe ich überaus skeptisch gegenüber.
“Individualität” heißt also mal wieder das mehr als komplizierte Zauberwort …und “Liebe” – wie in so vielen Fällen.